Blockfreien-Gipfel in Kuala Lumpur eröffnet
- Staatsoberhäupter und Diplomaten beraten über Irak
- Harte, klare Worte zum Ungleichgewicht zwischen Nord & Süd

Staats- und Regierungschef sowie Diplomaten aus den 114 Staaten der Blockfreien-Bewegung sind am Montag zu einem zweitägigen Gipfel in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur zusammengekommen. Auf der Tagesordnung standen der drohende Irak-Krieg, die Nordkorea-Krise und der Kampf gegen den Terrorismus.
Etwa 60 Staats- und Regierungschefs haben ihre Teilnahme zugesagt, unter ihnen der indische Premierminister Atal Behari Vajpayee, der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf und Kubas Revolutionsführer Fidel Castro.
Zur Gruppe der blockfreien Staaten, die sich während des Kalten Krieges gründete, zählen Entwicklungs- und Schwellenländer vor allem aus dem Nahen Osten, Asien, Afrika und Lateinamerika, unter ihnen auch der Irak, der Iran und Nordkorea. Diplomaten hatten bereits am Donnerstag ihre Beratungen aufgenommen.
Warnung an die USA
Zum Auftakt der Gipfelkonferenz der Bewegung der Blockfreien (NAM) hat der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki die USA vor einer unilateralen Militäraktion gegen den Irak ohne Billigung der Vereinten Nationen gewarnt. Gleichzeitig rief Mbeki, der den Vorsitz der Bewegung an den malaysischen Regierungschef Mahathir Mohamad übergab, den Irak zur vollständigen Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und mit den UNO-Waffeninspektoren auf.
Weltherrschaft
Premier Mahathir kritisierte in seiner Rede vor den rund 50 anwesenden Staats- und Regierungschefs die "primitiven Methoden" der Mächte, die "unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Terrorismus die ganze Welt beherrschen" wollten. "Das ist nicht nur ein Krieg gegen den Terrorismus, das ist ein Krieg für die Weltherrschaft", sagte Mathathir.
Harte, klare Worte
Als neuer Vorsitzender der Blockfreienbewegung richtete der malaysische Regierungschef Mahathir Mohamad in seiner Rede scharfe Angriffe gegen den Westen, dem er eine "rücksichtslose ideologische Unterdrückung der armen Länder" vorwarf: "Sanktionen zu verhängen, Menschen auszuhungern und ihnen den Zugang zu Medikamenten zu verwehren, um ihnen die Demokratie beizubringen, kann nur schwerlich als demokratische Methode betrachtet werden. (...) Millionen Menschen sterben heute, weil sie nicht zu dieser neuen Religion konvertieren."
In Anspielung auf die Irak-Krise sagte Mahathir wörtlich: "Tausende Jahre nach der Steinzeit messen wir die Größe einer Nation an ihrer Fähigkeit, die meisten Menschen umzubringen."
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