Donnerstag, 27. Februar 2003

Bündnis gegen Armut am Opernballs-Tag

  • Aktion will gegen sozialen Ausschluss protestieren
  • Opferball in der Stadthalle

Mit einer Aktion hat das Bündnis gegen Armut und Obdachlosigkeit heute, Donnerstag, am Tag des "prunkvollen" Opernballs gegen den sozialen Ausschluss von "Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen", protestiert. Warme Mahlzeiten und Getränke wurden auf der Wiener Mariahilfer Straße an Obdachlose verteilt.

Der Tag des Opernballs sei nicht zufällig gewählt, hieß es in einer Aussendung der Wiener Grünen. "Während gesellschaftlicher Überfluss medial schamlos zur Schau gestellt wird, frieren in Wien nach offiziellen Angaben 5.000 Menschen. Eklatanter können die gesellschaftlichen Gegensätze kaum sein". Armut werde in Wien zunehmend aus dem öffentlichen Bild verdrängt. Am Opernball werde hingegen der Eindruck vermittelt, dass in Österreich "uneingeschränkter Wohlstand" herrsche. Ziel der Aktion sei es, die realen gesellschaftlichen Zustände wieder in die Öffentlichkeit zurückzuholen.

Als Gegenveranstaltung zum Opernball findet am Donnerstag der von der Wiener Straßenzeitung "Augustin" veranstaltete Opferball statt. "Dazu werden die 300 Straßenverkäufer der Zeitung, alle Obdachlosen, Fremden und Habenichtse dieser Stadt - und alle, die eine Nacht mit ihnen zusammen tanzen wollen - in die Wiener Stadthalle eingeladen", so der Veranstalter. "Wer Geld hat, sorgt mit seinem Eintritt dafür, dass die, die nichts haben, keinen Eintritt zahlen".

27.2.2003 16:32