Grazer Polizei ermittelt rund um "Suchtgift-Arzt" weiter
- Haupttäter bereits zu hohen Haftstrafen verurteilt
- Mediziner schmuggelte unter Deckmantel der "Flying Doctors"

Ein Heroinschmuggel in größerem Ausmaß wurde in Graz aufgedeckt: Ein Arzt brachte längere Zeit unter dem Deckmantel der Organisation "Flying Doctors - Ärzte ohne Grenzen" größere Mengen Drogen nach Graz. Er war allerdings nicht allein, denn im Rahmen der Ermittlungen flogen noch zwei weitere Männer auf, die ebenfalls Heroin und Kokain einführten. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, werden die Ermittlungen weitergeführt. Der Arzt wurde bereits verurteilt.
Aufmerksam wurden die Ermittler auf den Drogenring, als am Flughafen Graz im Oktober 2001 ein Paket mit Heroin abgefangen wurde. Der 37-jährige Kellner Christian D.M., der die Ware in Thailand aufgegeben und an sich selbst adressiert hatte, wurde festgenommen.
Bald stießen die Ermittler auf den 49-jährigen Mediziner Reinhard Sch., dem bereits die Berechtigung zur Ausübung seiner Arzttätigkeit entzogen worden war. Zusammen mit Christian D.M. soll er große Mengen Heroin aus Thailand und Pakistan in den Großraum Graz gebracht haben. Der Arzt, der nach Polizeiangaben selbst drogenabhängig und außerdem spielsüchtig ist, schmuggelte nach Angaben der Ermitteler jahrelang im Rahmen seiner Tätigkeit bei den "Flying doctors"
Im Februar wurden die beiden Haupttäter im Grazer Straflandesgericht jeweils zu zehn Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Ein drittes Bandenmitglied, der 45-jährige Klaus Michael J. wurde mittlerweile ebenfalls festgenommen. Er handelte mit Heroin, das er von Sch. bekommen hatte, außerdem soll er laut Polizei einen "sehr regen Kokainhandel" betrieben haben.
Die Ermittlungen der Suchtgiftgruppe werden fortgesetzt. Mit weiteren Verhaftungen wird gerechnet.
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