Dienstag, 25. Februar 2003

Prozess: Tschetschene soll Russin vergewaltigt haben

  • Opfer im neunten Monat schwanger
  • Angeklagter: Frau hat freiwillig mitgemacht

Ein 40-jähriger Tschetschene musste sich am Dienstag in Linz vor einem Geschwornengericht verantworten. Die Anklage warf dem Mann unter anderem vor, er habe in einem Asylantenheim in Linz eine hochschwangere Russin vergewaltigt. Der Angeklagte erklärte sich für schuldlos, die Frau habe "freiwillig mitgemacht".

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 8. Juli 2002. Der tschetschenische Asylwerber sei laut Anklage mit zwei Freunden in das Zimmer in dem Asylantenheim gekommen, in dem sich die im neunten Monat schwangere Russin mit ihrem Freund, ebenfalls einem Russen, aufhielt. Die drei Tschetschenen hätten den Mann mit einem Messer bedroht und gezwungen, das Zimmer zu verlassen. Auf dem Gang hätten sie dem Russen Schnittwunden zugefügt.

Dann sei der jetzt Angeklagte in das Zimmer zurückgekehrt, habe die schwangere Russin mit dem Messer bedroht und sie vergewaltigt. Laut Anklage habe die Frau immer wieder gesagt, sie sei schwanger, daraufhin habe der Täter erklärt: "Die Russen haben in Tschetschenien auch schwangere Frauen vergewaltigt".

Außerdem soll der Angeklagte auch versucht haben, der Russin Asylantengutscheine für Lebensmittel unter der Drohung abzunehmen, wenn sie die Gutscheine nicht heraus gebe, sehe sie ihren Freund nie wieder. Daher ist der Tschetschene auch wegen versuchter Erpressung und wegen Körperverletzung - weil dem Freund der Russin Schnittwunden zugefügt wurden - angeklagt.

Der Tschetschene beteuerte bei der Verhandlung, er habe die Frau zu nichts gezwungen, diese habe sich freiwillig zum Geschlechtsverkehr bereit erklärt. Der Verteidiger führte weiters aus, der Freund der Russin habe sich die Schnittverletzungen bei einem Sturz zugezogen.

25.2.2003 11:33