Montag, 24. Februar 2003

Suche nach Bankräuber von Gerasdorf ausgeweitet

  • 10.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Zur Klärung des Bankraubes in Gerasdorf (Bezirk Wien-Umgebung), bei dem am vergangenen Montag ein Zeuge erschossen worden war, wurden 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt, bestätigte Oberst Franz Polzer (KA NÖ) heute, Dienstag. Die Kriminalisten gehen weiter den - rund 30 - eingelangten Hinweisen nach, einige davon wurden nach Überprüfung bereits als nicht zielführend ausgeschieden.

Mit dem Überfall auf eine Sparkasse in Stetten (Bezirk Korneuburg) am Montag, bei dem ein bewaffneter, mit Sonnenbrille und dunkler Wollmütze getarnter Unbekannter rund 20.000 Euro erbeutet hat und seitdem flüchtig ist, vermutet Polzer keinen Zusammenhang. Er verwies darauf, dass die Tat in Gerasdorf offenbar genau geplant und gut vorbereitet war, wie Maskierung (Eishockeyschutz, Anm.), Bewaffnung und die mitgebrachte Tasche zum Abtransport der erbeuteten 15.000 Euro zeigten.

Der Überfall auf die nahe der Bundesstraße gelegene Raiba-Filiale im Industriegebiet Seyring hatte sich am vergangenen Montag gegen 18.00 Uhr ereignet. Als der Täter das Institut verlassen wollte, trafen die Eltern der Bankangestellten samt deren achtjährigen Sohn ein, um die Frau abzuholen. Der 58-Jährige stellte sich dem Räuber in den Weg, verfolgte ihn auf die Straße hinaus und verwickelte ihn in ein Handgemenge. Der Täter riss sich los und gab mehrere Schüsse ab, die den pensionierten Hauptschullehrer tödlich verletzten. Ein Autofahrer hatte das Geschehen von der Bundesstraße aus beobachtet.

Auf seiner weiteren Flucht kaperte der Mann einen Pkw, wobei er den Lenker mit vorgehaltener Waffe nach Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) dirigierte. Dort verließ er den Wagen in der Nähe des Bahnhofes. Die eingeleitete Alarmfahndung verlief negativ. Im Zuge der folgenden Ermittlungen wurde neben dem Tatort auch das Fluchtfahrzeug akribisch nach Spuren untersucht.

24.2.2003 19:16