Entschädigungen Bilanz nicht möglich
- Umrechnung der Währung problematisch
Einfache Antworten oder eine Bilanz - hie Vermögensentzug, da Rückstellung - musste die Kommission über weite Strecken schuldig bleiben. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Zum einen bleibt offen, wie der Schilling oder die deutsche Reichsmark des Jahres 1938 in aktuelle Euro umgerechnet werden sollen. Der Standardwert dafür wäre der Verbraucherpreisindex. Allerdings haben sich Konsumverhalten und Angebot komplett geändert, was die Vergleichbarkeit in Zweifel ziehe.
Dazu kommt, dass die Entwicklung des Wertes etwa bei Liegenschaften und Betrieben von einer ganzen Reihe weiterer Faktoren abhängig sei, welche die Vergleichbarkeit beeinflussen. Schließlich sind vor allem bei außergerichtlichen Vergleichen, die oft am Schluss von Restitutionsverfahren gestanden sind, nicht alle für eine Bewertung nötigen Unterlagen mehr vorhanden.
Unabhängig von diesen Unwägbarkeiten betont die Kommission in ihrem Endbericht, dass ihre Arbeit keinen "Schlussstrich" unter Österreichs Beschäftigung mit seiner NS-Vergangenheit bieten kann. Dies ergebe sich bereits aus den räumlichen und inhaltlichen Einschränkungen. Das Mandat sei ausschließlich auf das Thema Vermögenentzug und Rückstellung beschränkt gewesen: "Wenn es sich hier auch um zentrale Fragen des nationalsozialistischen Unrechts und des Versuchs seiner Aufhebung nach 1945 handelt, so ist zu betonen, dass weite Bereiche von Unrecht und Verbrechen im Nationalsozialismus damit nicht berührt sind." Dazu komme die geografische Begrenzung auf das "Gebiet der Republik Österreich".
Auch Kommissionspräsident Clemens Jabloner betont in seinem Vorwort, dass der Bericht bzw. die Berichte nun Gegenstand der wissenschaftlichen Auseinandersetzung sein müssten. Man hoffe auf "weiterführende, vertiefende und vielleicht auch korrigierende Forschung". Die Erkenntnisse der Experten müssten aber auch verbreitet und publiziert werden. Es werde "Aufgabe der Bildungseinrichtungen und der Medien sein, in geeigneter Form die wesentlichen Inhalte möglichst vielen Menschen nahezubringen."
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