Montag, 17. Februar 2003

Stand Ende 2002: 1,16 Mrd. Handytelefonierer weltweit

  • Größte Handymesse in Cannes - "3GSM World Congress"
  • Trotz Branchenkrise: Mehr Aussteller, mehr Besucher

Weltweit haben Ende 2002 laut EMC World Cellular Database bereits 1,16 Mrd. Menschen per Handy telefoniert. Bis Ende dieses Jahrzehnts sollen es nach Erwartung des weltgrößten Handyerzeugers Nokia schon zwei Milliarden sein. In Cannes findet diese Woche zum siebenzehnten Mal der "3GSM World Congress", die größte Handymesse der Welt, statt.

Trotz anhaltender Branchenkrise und Konsolidierung wird heuer mit 28.000 Besuchern, 4.000 mehr als im Vorjahr, ein neuer Teilnehmerrekord erwartet. Auch die Zahl der Aussteller ist gestiegen - von 546 auf 563 Unternehmen. Auf 25.000 m2 sind insgesamt 154 Länder sind vertreten.

UMTS im MIttelpunkt
Das Hauptinteresse gilt einmal mehr der dritten Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System). Schon in den vergangenen Jahren heftig diskutiert, wird es nun mit einiger Verspätung ernst. Laut EMC wird bis Ende des Jahres der Großteil der europäischen Netzbetreiber mit UMTS starten, die meisten davon allerdings erst Ende des Jahres.

Heuer werden 435 Mio. Handys verkauft
Dennoch sieht man in der Branche schon heuer Licht am Ende des Tunnels. Samsung, Handyerzeuger aus Seoul, der wie andere namhafte asiatische Konzerne (etwa LG, NEC und Panasonic) nun verstärkt auf den europäischen Markt dringt, rechnet damit, dass heuer weltweit 435 Mio. Handys verkauft werden, nach einer weitgehenden Stagnation bei rund 390 Millionen im vergangenen Jahr.

Potenzial gibt es aus Sicht der Branche noch. "In Japan kauft ein Mobilfunk-Kunde bereits jedes halbe Jahr ein neues Handy, in Europa liegt die Erneuerungsrate derzeit noch bei knapp zwölf Monaten", sagte ein EMC-Analyst am Montag bei der Konferenz.

Smartphones stark im Kommen
Die neuen Geräte, liebevoll Smartphones genannt, punkten mit Multimedia. Fotografieren, bunte Bilder und Musik verschicken, TV-Nachrichten sehen, spielen, Internet surfen - all dies funktioniert mit den neuen Handys, die das Geschäft wieder beleben sollen, nicht nur für die Handyhersteller, sondern auch für die Betreiber. Während das Gesprächsvolumen laut EMC mit durchschnittlich 110 Minuten pro Monat und Kunde 2002 konstant geblieben ist, soll die Datenübertragung neue Einnahmen bringen. Zuletzt lag der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) im weltweiten Schnitt bei 31 Dollar (28,7 Euro).

Japaner geben am meisten fürs Handy aus
Am höchsten ist der Kundenabsatz erfahrungsgemäß in Japan mit teilweise bereits auf 70 Euro und darüber, während Kunden in Europa im Schnitt 30 und 40 Euro pro Monat ausgeben. Was die Verbreitung von Handys betrifft, hat Europa mit einer Penetration von knapp 74 Prozent oder 56,8 Millionen Kunden hingegen klar die Nase vorne. Der 3GSM World Congress hat am Montag begonnen und dauert noch bis Freitag.

17.2.2003 13:35