Österreich bei E-Government bald im Mittelfeld
- 2002 von Platz 13 auf Platz 11 in Europa verbessert
Österreich nähert sich mit seinem Internet-Angebot des öffentlichen Dienstes langsam dem europäischen Mittelfeld. Nach einer Studie der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young im Auftrag der Europäischen Kommission hat sich Österreich mit seinem E-Government-Angebot von Platz 13 auf Platz elf vorgearbeitet.
Am weitesten fortgeschritten ist E-Government laut Studie in Schweden und Irland. In Schweden liegt die Online-Fähigkeit der Verwaltung bei 87 Prozent. In Österreich beträgt dieser Wert gerade einmal 56 Prozent. Der europäische Durchschnitt liegt bei 60 Prozent.
Entgegen dem allgemeinen Trend, dass die Dienste, die Staatseinnahmen sichern, am weitesten entwickelt sind, zeigt sich Österreich bei der Einkommen-, Umsatz- und Körperschaftssteuer eher im letzten Drittel, so Jürgen Tiefenbacher, Experte im Bereich Öffentliche Verwaltung bei Cap Gemini Ernst & Young in einer Aussendung. In den Kategorien persönliche Dokumente, Arbeitsplatzvermittlung, Gewerbeanmeldung und Datenübermittlung an Statistik-Ämter liegt Österreich hingegen im Spitzenfeld. Bei gesundheitsbezogenen Diensten sowie persönlichen Dokumenten nimmt das heimische Online-Angebot den vierten Platz ein.
Behörden als Dienstleister
"E-Government sollte sich in Europa verstärkt darauf konzentrieren, aus staatlichen Behörden kundenorientierte Dienstleister zu machen. Während einige Staaten ihre Entwicklung beschleunigen sollten, sind viele andere nicht mehr weit von der 100 Prozent Marke der vollständig elektronischen Öffentlichen Dienste entfernt", erklärte EU-Kommissar Erkii Liikanen laut Aussendung.
Insgesamt hatten von den 10.569 Behörden aus 15 EU-Ländern plus Norwegen, Island und der Schweiz, die in der Studie analysiert wurden, 86 Prozent im Vorjahr eine eigene Internetseite. Dies entspricht einem Zuwachs von fast sechs Prozent innerhalb eines Jahres. Die Internet-Fähigkeit der Behörden legte mit 60 Prozent um fünf Prozentpunkte zu. E-Government-Dienste seien stark im Kommen, so die Studie. Dennoch fiel das Wachstum zum Ende des Jahres 2002 bescheidener aus als noch im ersten Halbjahr 2002.
Die größten Fortschritte erzielten die Schweiz, Dänemark und die Niederlande mit Wachstumsraten von über 10 Prozentpunkten in puncto Online-Fähigkeit. Österreich liegt hier immerhin auf Platz 5. Weit abgeschlagen rangiert Deutschland: 48 Prozent Online-Fähigkeit der Verwaltung bedeuten nur Platz 16, Fortschritte habe es im Vorjahr kaum gegeben, so die Studie.
