Freitag, 21. Februar 2003

Forscher knackten Protokoll für Web-Transaktionen

  • Passwörter für E-Commerce und Online-Banking betroffen
  • In weniger als einer Stunde herausgefunden

Sind Zahlungen im Web sicher? Computerexperten aus der Schweiz haben jedenfalls eine Lücke in dem populären SSL-Übertragungsprotokoll für sichere Internet-Transaktionen entdeckt. Den Fachleuten der Polytechnischen Hochschule von Lausanne (EPFL) sei es gelungen, eine Schwachstelle im so genannten Secure Socket Layer-Protokoll (SSL) zu finden.

Damit habe man das Benutzer-Passwort, das ein Internet-Anwender im Zusammenhang mit E-Commerce oder beim Online-Zugriff auf sein Bankkonto benötigt, in weniger als einer Stunde knacken können, verlautbarte die EPFL.

Knack-Programm
Das SSL-Protokoll galt bisher als sicher. "Konkret haben wir ein Programm entwickelt, das es erlaubt, das Passwort eines Anwenders zu knacken, der eine durch SSL gesicherte Kommunikationssoftware benutzt", sagte Professor Serge Vaudenay, Direktor des Labors für Sicherheit und Kryptographie an der EPFL. Damit seien sie in der Lage gewesen, Mails eines Benutzers zu lesen oder in seinem Namen Finanztransaktionen auszuführen.

Das Ergebnis sei den SSL-Verantwortlichen weitergeleitet worden, hieß es in der Mitteilung weiter. Bei der neuen Version der Sicherheitssoftware (OpenSSL 0.9.7a) sei die Schwachstelle bereits behoben. Das Knack-Programm werde freilich nicht an Dritte weitergegeben.

21.2.2003 13:17