Donnerstag, 20. Februar 2003

Bezahl-Web im Test: Spiegel bis Love.at

  • 5 Prozent Umsatz durch Paid-Content
  • Am besten verkauft sich Sex

Zeitungsarchive, Software, Lexikonwissen aus dem Netz: alles gratis? Denkste. War einmal. Immer mehr Web-Anbieter setzen auf kostenpflichtige Inhalte, um ihren Internet-Auftritt finanzieren zu können.

Was aber kriegt man tatsächlich für sein Geld? Erweist sich die Investition von ein paar Euro in Paid Content als klug, oder bekommt man doch nur eine Mogelpackung vorgesetzt?

E-MEDIA hilft Ihnen dabei, Ihre Euros in der Brieftasche zu behalten. Wir haben uns bei den 16 wichtigsten Anbietern von Bezahl-Inhalten „eingekauft“ und das Cash-Angebot einem ausführlichen Check unterzogen. Lesen Sie hier alle Ergebnisse.

Mega-Geschäft
Vorab: Noch ist es ein laues Lüfterl, aber schon in ein paar Jahren soll mit Paid Content im Internet richtig Geld verdient werden. Laut einer Studie des Verbandes deutscher Zeitschriftenverleger (www.vdz.de) werden 2005 mehr als 127 Millionen Euro mit Bezahl-Inhalten erwirtschaftet. Und: 51 Prozent der User sind auch bereit, für gute Infos zu zahlen.

Zurzeit macht Paid Content etwa 5 Prozent der Umsätze im Web aus – Tendenz rasant steigend. Das beste Geschäft machen derzeit Profi-Datenbanken, die jedoch selten für Privatnutzer interessant sind. Beispiele: Grundbücher, Firmenbücher und diverse juristische Datenbanken.

Sex sells
Aber immer mehr Angebote richten sich nun auch an den Massenmarkt. Speerspitze: Sex. Bei praktisch allen Erotik-Diensten (Playboy, ÖKM plus diverse Hardcore-Anbieter) heißt es: Ware (Bilder, Videos) nur gegen Bares. Auch hier floriert das Geschäft bereits.

Nun wollen auch immer mehr Info-Portale abkassieren, bieten Teile ihrer Webseiten nur mehr gegen Geld an. Beispiel Spiegel.de: Seit einigen Monaten ist der Zugriff auf ältere archivierte Artikel nicht mehr gratis möglich. Sondern kostet – 40 Cent pro einmaligen Abruf. n-tv und Manager-Magazin bieten „Premium“-Artikel, die ebenfalls nur nach virtuellem Münzeinwurf abrufbar sind.

Fazit des E-MEDIA-Checks hier: Die News-Angebote für Cash sind okay, aber noch nicht der große Wurf (bis auf die gut funktionierenden Zeitungsarchive). Zu teuer, zu umständlich bei der Abrechnung – alles in allem mehr wirtschaftlicher Versuchsballon als große Business-Strategie.

Die Besten im Test
Aber es gibt sie tatsächlich – die exzellenten Bezahl-Angebote im Internet.

  • Beispiel Konsument.at. Das österreichische Verbrauchermagazin vermarktet sein komplettes Testarchiv seit 1999 via Internet. Das Jahresabo kostet 20 Euro (für Abonnenten nix). Einziger Haken: kein Download als PDF.

  • Beispiel xipolis.net. Ermöglicht die Suche in 50 Lexika (Brockhaus bis Pons-Wörterbuch). PDF geht. Der Preis ist fair: 9,95 Euro als Abo im Monat. 0,50 Euro für Einzelabfragen.

  • Beispiel Financial Times Deutschland (www.ftd.de). Hier gibt es (für 1,50 Euro) sogar die komplette aktuelle Ausgabe als PDF zum Downloaden.

    Ernst Michalek

    Mehr dazu sowie den ausführlichen Testbericht lesen Sie im E-MEDIA 4/03

    20.2.2003 18:14