Donnerstag, 20. Februar 2003

Der große Security-Report: So sicher ist Österreich

  • Welche Gefahren auf Computer-User lauern

Viren, Hacker & Spione: Welchen Schaden sie wirklich anrichten. Plus: So schließen Sie alle Sicherheits-Lecks von Windows.

Bill Gates - das hatte sich der Microsoft-Boss wohl ganz anders vorgestellt. „Ganz sicher“ wollte er seine Windows-PCs machen. Und dann das. Allein beim Internet Explorer wurden 2002 unglaubliche 59 Sicherheitslecks entdeckt. „Der Explorer“, urteilten die Experten von Symantec in ihrem jährlichen „Security Threat Report“, „war eine der größten Schwachstellen 2002.“

Eine bittere Erkenntnis auch für viele Österreicher. Denn auch sie werden immer öfter Opfer von Sicherheitslöchern in Microsoft-Produkten. Lesen Sie hier erstmals, wie groß die Gefahr tatsächlich ist, sich ein Virus einzufangen oder von einem Hacker attackiert zu werden. Plus: wie viel Unternehmen schon für Sicherheit ausgeben.

Auf einen kurzen Nenner gebracht: Das Sicherheitsrisiko war noch nie so groß wie jetzt. Perfekter PC-Schutz noch nie so wichtig wie 2003. Das Bedrohungsszenario im Detail:

  • Gefahr E-Mail. Elektronische Post ist beliebt wie nie. Aber: Via E-Postkasten werden immer mehr Viren auf unsere PC transportiert. Unglaublich: Experten schätzen, dass bereits jede zweite E-Mail in Österreich mit einem Virus verseucht ist. Vor zwei Jahren war es nicht einmal jede fünfte.

  • Gefahr Virus. Computerviren sind die Top-Gefahr in Österreich schlechthin. Experte Christian Schmidt schätzt, dass im Vorjahr 1,2 Millionen Internet-Computer in Österreich von einem Virus angegriffen wurden. Jeder dritte PC machte Bekanntschaft mit einem Schädling. Meist waren es alte und unbekannte Superviren, die PCs zum Kollaps brachten. Sondern altbekannte Bösewichte wie Nimda oder Sircam. Die Opfer hatten einfach auf Schutz „vergessen“.

  • Gefahr Hacker. Hacken entwickelt sich weltweit offenbar immer mehr zum Volkssport – und Österreich bleibt hier auch nicht verschont. Nach Hochrechnungen von IT-Profis wurden im Vorjahr 600.000 Einbruchsversuche in heimische PCs unternommen.

    „Für mich ist klar, warum“, sagt Erwin Klecker, bei den ÖBB für die Netzwerksicherheit verantwortlich. „Immer mehr User spielen mit Hacker-Tools, die sie frei im Netz finden.“ Die Opfer: manchmal Unternehmen, manchmal unbeteiligte Privatpersonen.

  • Gefahr Spionage. Nicht messbar: die Zahl der Spionage-Attacken auf Bürocomputer. Fakt ist: Die technischen Möglichkeiten, geheime Daten vor allem aus Büro-PCs auszulesen, werden immer subtiler. Beispiel: Via unscheinbares Datenkabel (wird einfach an Ihren Computer gestöpselt) lässt sich alles aufzeichnen, was Sie am PC tippen. Sie merken null.

    Das Bundeskriminalamt (betreibt eine eigene Abteilung für Netzwerk- und Computer-Kriminalität) verzeichnet explosionsartige Anstiege. 350 Prozent Anstieg bei der PC-Kriminalität. Plus 100 Prozent bei Datenmissbrauch. Die noch geheimen Zahlen für 2002 sollen erst in den nächsten Wochen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

  • Gefahr Dialer. Der neuste Schocker für PC-Nutzer: Dialer. Via Mini-Software wird Ihre Internetverbindung auf eine teure Mehrwertnummer umgeleitet. Sie surfen um ein Vielfaches Ihres Normaltarifs, merken die böse Überraschung erst bei der nächsten Telefonrechnung.

    In der Schlichtungsstelle der obersten Telekombehörde RTR (www.rtr.at) haben sich die Beschwerdefälle wegen Dialern im Vorjahr verdoppelt. Jeder fünfte Fall betrifft mittlerweile Mehrwert-Gangster. Beim Internet-Ombudsmann (www.ombudsmann.at) meldeten sich im Vorjahr über 100 Opfer, denen zwischen 3.500 und 7.500 Euro durch Dialer abgeknöpft wurden.

    Ihr Schutz 2003
    Aber (und darin sind sich alle Experten einig): Wer seinen Computer gut schützt, hat auch 2003 wenig zu befürchten. „Wer jetzt noch ohne aktuellen Virenschutz ins Web geht, der handelt grob fahrlässig“, sagt ÖBB-Profi Klecker.

    Am Cover vom E-MEDIA 4/03 finden Sie deshalb unser großes Security-Handbuch 2003. Mit allem, was Sie jetzt über Internet- und PC-Sicherheit wissen müssen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie …
  • … einen Virenschutz installieren. Plus: Wie Sie die Software regelmäßig updaten.
  • … eine FireWall einrichten und für Ihre Bedürfnisse maßschneidern.
  • … Ihren Browser absichern. Alle Einstellungen, die den Internet Explorer sicher machen.
  • … Ihre E-Mails schützen. So blocken Sie Viren-Mails.
  • … gefahrlos ins Internet gehen. Wie Sie komplett anonym surfen, keine Angst vor Cookies mehr haben müssen.
  • … Ihre Dateien versperren. Plus: So richten Sie auf Ihrem Office-PC einen Daten-Tresor ein, um Ihre Dateien vor neugierigen Blicken zu versperren.

    Immer updaten. Aber: Der beste PC-Schutz nützt nichts, wenn Sie Ihr Betriebssystem nicht aktuell halten. Da Windows nach wie vor Löcher hat wie Schweizer Käse, immer wieder Security-Lecks entdeckt werden, müssen Sie diese Lücken schließen, so schnell es geht. Heißt: regelmäßig alle von Microsoft bereitgestellen Patches auf dem Rechner installieren. Geht ganz einfach: Im Internet Explorer unter Extras auf Windows Update klicken. Der Rest geht automatisch. Von allein.

    Goran Miletic

    Mehr dazu lesen Sie im E-MEDIA 4/03.

    Außerdem:

  • Das Sicherheits-Handbuch als Extra-Heft

    20.2.2003 13:51