Donnerstag, 20. Februar 2003

Hamburger Polizei stellt Fingerabdrücke ins Internet

  • Österreich sieht dafür keine Notwendigkeit

Neue Wege bei der Fahndung nach Straftätern beschreitet die Hamburger Polizei. Wie nun bekannt gegeben wurde, hat sie als erste deutsche Polizeibehörde außer dem Foto eines Mordverdächtigen auch dessen Finger- und Handabdrücke ins Internet gestellt. Diese können somit weltweit heruntergeladen werden und stehen auch anderen Behörden für Vergleichszwecke zur Verfügung.

Die Hamburger Polizei ist nach eigenen Angaben führend bei der Fahndung per Internet. Sie will künftig in ähnlichen Fällen grundsätzlich die Fingerabdrücke mit veröffentlichen. Die Informationen können beispielsweise auch von den Visa-Abteilungen von Botschaften genutzt werden.

Österreich: Kein Handlungsbedarf
In Österreich sieht man keinen Handlungsbedarf. "Das ist eine neue Möglichkeit. Aber zur Zeit funktioniert das alles noch konventionell über Europol und Interpol sehr gut", meinte Rudolf Gollia, Sprecher der Generaldirektion für die Öffentliche Sicherheit, auf APA-Anfrage. Man sei mit Polizeibehörden in 160 Staaten vernetzt, so dass Gollia an der Sinnhaftigkeit der Internet-Fingerabdruck-Fahndung zweifelt.

Rechtlicher Rahmen fraglich
"Zudem fehlt der rechtliche Rahmen für dieses Vorgehen", gibt Gollia zu bedenken. Es sei nicht kontrollierbar, wer und mit welchem Hintergedanken auf die ins World Wide Web gestellten Abdrücke zugreift. Sehr wohl rückt aber das Innenministerium schon seit längerem Fotos "Gesuchter Verdächtiger" - wie es auf der Homepage heißt - ins Netz.

Weitere Informationen:

  • Polizei Hamburg-Website
  • BKA-Website
  • Kriminalpolizei-Website

    20.2.2003 13:45