Affäre um Frächter Kralowetz weitet sich aus
- Fast 4.000 Fahrer sollen illegal beschäftigt worden sein
- Kralowetz nach wie vor in deutscher U-Haft

Die Affäre um den Frächter Karl Kralowetz (Bild), der verdächtigt wird, LKW-Fahrer illegal beschäftigt zu haben, nimmt immer größere Ausmaße an. Kralowetz - Ende April vergangenen Jahres nach einer nicht rechtskräftigen Verurteilung in Luxemburg nach Deutschland ausgeliefert und dort in Untersuchungshaft - muss mit einer erheblich vergrößerten Anklage vor dem Münchener Landesgericht rechnen.
Die Staatsanwaltschaft hat sie von zunächst 146 vermuteten Fällen "gewerbsmäßiger und bandenmäßiger Einschleusung von Ausländern" auf nunmehr 3.953 Fälle erweitert.
Bereits am 20. Dezember vergangenen Jahres hatte Staatsanwalt Rüdiger Hödl beim Landgericht München II die erste Anklageschrift eingereicht. Erst vor kurzem erfolgte der nächste Schritt. "Luxemburg hat mit 13. Jänner die Verfolgung von weiteren mehr als möglichen 3.000 Fällen bewilligt. Die Prüfung der Faktenlage durch uns wird in den nächsten Tagen erfolgen", erklärte Hödl.
Das ist jetzt geschehen. Henkel: "Die Auslieferung von Kralowetz erfolgte ursprünglich für die 146 Fälle. Die jetzt erfolgte Ausweitung spielt sicherlich eine Rolle in dem Hauptverfahren." Dies könnte bei einer allfälligen Verurteilung speziell für die Strafbemessung wichtig werden.
Noch ist unklar, wann es in München zur Hauptverhandlung kommt. Henkel: "Einen Termin dafür dürfte es nicht vor in acht Wochen geben."
Mitte April 2002 hat ein Luxemburger Bezirksgericht den österreichischen Spediteur Karl Kralowetz zu sechs Monaten Haft und 9.900 Euro Geldstrafe verurteilt (Urteil noch nicht rechtskräftig). Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Kralowetz bei der Bezahlung seiner Fahrer, der Urlaubsregelung und dem Umgang mit den Tachographen gegen die Luxemburger Gesetze verstoßen hatte.
Der wegen Ausbeutung osteuropäischer Fahrer in Luxemburg zu einer Gefängnisstrafe verurteilte niederösterreichische Speditionsunternehmer war schließlich Ende April 2002 nach Deutschland ausgeliefert worden.
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