Mittwoch, 19. Februar 2003

Pro7Sat.1 - 2002 mit Gewinneinbruch von fast 80%

  • Innerhalb der Analystenerwartungen

Deutschland größter TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat vor allem wegen sinkender Werbeeinnahmen im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch von fast 80 Prozent verzeichnet. Die Zahlen lagen jedoch im Rahmen der Analystenerwartungen.

Nach Steuern sei der Gewinn 2002 auf 15 Mio. Euro von 68 Mio. Euro im Vorjahr gefallen, teilte die Tochter der insolventen KirchMedia am Mittwoch mit. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) fiel auf 134 (Vorjahr: 225) Mio. Euro und lag damit unter der eigenen Prognose der Senderfamilie von 140 bis 160 Mio. Euro.

Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Ebitda von 130 Mio. Euro und einem Gewinn nach Steuern von sieben Mio. Euro gerechnet. Der Umsatz fiel den Angaben zufolge um sechs Prozent auf 1,895 Mrd. Euro.

"Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat ihre Profitabilität im Jahr 2002 unter schwierigsten Bedingungen unter Beweis gestellt", sagte Konzernchef Urs Rohner. Von den vier Sendern schreiben Sat.1 und der Nachrichtensender N24 aber immer noch Verlust. Der Konzern hatte seine Prognose für 2002 mehrmals nach unten korrigiert und zuletzt ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 140 und 160 Mio. Euro prognostiziert. Das tatsächliche EBITDA lag mit 134 (Vorjahr: 225) Mio. Euro noch darunter. Rohner hatte aber bereits im Dezember gewarnt, ProSiebenSat.1 könnte seine Gewinnprognosen verfehlen.

Der Münchner Konzern, der wegen der Insolvenz seiner Muttergesellschaft KirchMedia bald einen neuen Mehrheitsgesellschafter bekommen wird, teilt sich den deutschen Privatfernsehmarkt mit der RTL Gruppe. Die Bertelsmann-Tochter verbuchte in ihrem Kernmarkt Deutschland ebenfalls einen Umsatzrückgang im vergangenen Jahr, nahm dem Konkurrenten mit der Erfolgssendung "Deutschland sucht den Superstar" aber Marktanteile ab. Die Quote der Sender ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und N24 bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern sank 2002 auf 28,1 Prozent von 30,1 Prozent.

19.2.2003 08:23