Der Schmäh mit den Fixzinsen
Martin Kwauka über die neuesten Versuche der Banken, bei den Zinsen zu tricksen
Die Banken waren schon immer erfinderisch bei der Gestaltung billiger Lockangebote, bei denen die Kunden dann doch durch die Hintertür kräftig zur Kasse gebeten wurden. Früher wurden allfällige Zinssenkungen während der Laufzeit nicht weitergegeben — eine Praxis, die inzwischen per Gesetz abgestellt wurde. Dann kamen die Herren des Geldes auf die Idee, zwar laufende Kredite dem Auf und Ab des allgemeinen Zinsniveaus anzupassen, dafür aber immer zuungunsten der Kunden aufzurunden. Auch diese Praxis wurde inzwischen gerichtlich untersagt.
Der neueste Trick der Banken, die einjährige Fixzinsbindung, ist dagegen vermutlich juristisch wasserdicht. Trotzdem kann er für die Kunden langfristig ziemlich teuer werden. So verrechnen zwar die Banken ein Jahr lang relativ niedrige Fixzinsen. Was aber nicht gesagt wird: Es ist von vornherein absehbar, daß selbst bei einem konstanten Niveau der Basiszinsen die Kreditkosten in den Folgejahren deutlich höher ausfallen. Folge: Bei langfristigen Hypothekardarlehen können so einem einzigen billigen Jahr noch 19 teure folgen.
Als Gegenwehr bleibt den Kunden die Möglichkeit, entweder echte Fixzinsperioden von fünf Jahren oder länger abzuschließen oder gleich einen variablen Zinssatz zu wählen. Dann kann man sich nämlich jetzt durch Aushandeln eines niedrigen Einstiegszinsniveaus einen günstigen Kredit bis zum Ende der Laufzeit sichern.
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