Montag, 17. Februar 2003

Westenthaler setzt sich für vier Jahre fünf Ziele

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Eine Woche nach dem Amtsantritt absolvierte Peter Westenthaler seinen ersten offiziellen Auftritt als neuer Vorstand der Fußball-Bundesliga. Nachdem er in den vergangenen Monaten auf der Transferliste gestanden war, wechselte er von der politischen auf die sportliche Bühne. Am Montag präsentierte der nun für Marketing und Lobbying in der Liga zuständige Ex-Politiker in Wien sein Programm. "Ich habe mir fünf Ziele gesetzt, die ich in den nächsten vier Jahren umsetzen möchte",sagte Westenthaler.

Er will gemeinsam mit den Präsidenten, den Sponsoren und den Fans dem heimischen Fußball zu einem stärkeren Imagewandel verhelfen, ihn noch positiver, moderner und neu positionieren sowie seinen Stellenwert in der Wirtschaft, in der Politik und in der Gesellschaft weiter erhöhen. "Spätestens seit dem Zuschlag für die EM-Endrunde 2008 muss der Fußball nationales Anliegen sein", meint der Nachfolger von Reinhard Nachbagauer.

Mehr Geld für Jugend-Ausbildung
Dazu soll im Vorfeld zwischen 2003 bis 2007 auch die öffentliche Hand beitragen. "Wir streben eine deutliche Steigerung der Gelder von der öffentlichen Hand für die Jugend-Ausbildung und -Förderung an. Für den Spitzenfußball verlangt aber niemand Subventionen", erklärte Westenthaler unmissverständlich. Es dürfte auf keinen Fall zu Kürzungen kommen. "Eine solche haben wir in den vergangenen Tagen in Sachen BNZ-Mittel abgewendet."

Die fünf Punkte des Peter Westenthaler
Folgende fünf Punkte hat sich Westenthaler für die nächsten vier Jahre zum Ziel gesetzt:

1.) Jugend-Förderung und -Ausbildung: "Ich richte dazu einen Appell an die öffentlichen Stellen. Das Verhältnis von 1:9 der Subventionen zwischen Sport und Kultur stimmt nicht."

2.) Bundesliga als Servicebetrieb und Vermarkter: "Wir sind eine Familie und müssen die Kundenverbindungen noch vertiefen, modernere Infrastrukturen in den Stadien schaffen und professionelleres Marketing betreiben."

3.) Wirtschaftliche Gesundung der Liga und ihrer Vereine: "FC Triol zwei darf es nicht geben. Es gilt, im öffentlichen und halböffentlichen Bereich, neue, attraktive Partner, neue finanzielle Quellen zu finden und das Controlling und die Lizenzierung zu verbessern."

4.) Gutes und modernes Merchandising: "Wir wollen ab 2004 die TV- und Radio-Rechte breiter streuen, einen optimalen Medienmix für Klubs, Sender und Fans finden. Ich strebe eine gemeinsame Lösung mit allen Beteiligten an. Im Sommer kommt noch ein neuer Sender dazu. Ich kann mir wie in Deutschland auch Übertragung in Konferenz-Schaltung zu allen Spielen vorstellen."

5.) Kommunikation innerhalb der Bundesliga optimieren: "Wir müssen uns Zeit zum Reden nehmen wie etwas geht und nicht wie etwas nicht geht. Wer werden Ideen-Wettbewerbe einführen. Wir haben auch eine soziale Verantwortung und benötigen eine bessere Verankerung des Fußballs."

FC Kärnten ist erste Station
Die nächsten Tage, Wochen und Monate wird Westenthaler jeden Klub der Bundesliga besuchen und dort mit Präsidenten oder deren Stellvertreter in Gesprächen nicht nur seine Pläne näher bringen, sondern auch Wünsche, Anregungen oder Beschwerden entgegennehmen. Die erste Station führt ihn am Wochenende zum FC Kärnten, dessen Chef der frühere FP-Boss Jörg Haider ist.

Ideen aus dem Ausland
Westenthaler verhehlte nicht, dass man eventuell gutes Know How auch aus dem Ausland auf den österreichischen Markt kopieren wird. Am 15. März wird er den Hamburger SV unter die Lupe nehmen und später nach Spanien reisen. "Es gibt dort faszinierende Ideen, die wir noch gar nicht kennen." Eine Reise wert ist dem Liga-Vorstand auch Tschechien: "Dort werden Jungstars am laufenden Band produziert. Das Land muss irgendetwas besser machen. Das will ich mir anschauen."

17.2.2003 13:26