Sonntag, 23. Februar 2003

Kombinations-Gold für Österreich

  • Platz 2 für Deutschland vor Finnland
  • PLUS: Alle Infos zur Noderischen WM in Val di Fiemme

Zwölf Jahre nach Klaus Sulzenbacher, Klaus Ofner und Günter Csar stellt Österreich wieder ein Weltmeister-Team in der Nordischen Kombination. Das ÖSV-Quartett eroberte am Montag so wie die Vorgänger im Val di Fiemme den Titel, es war das erste Gold für Austria bei den 44. Titelkämpfen der Nordischen. Nach jeweils zwei Sprüngen und dem 4 mal 5-km-Langlauf hatten Michael Gruber, Wilhelm Denifl, Christoph Bieler und Felix Gottwald 12,6 Sekunden Vorsprung auf Deutschland.

Gottwald hatte als Schlussmann in einem packenden Duell den Einzel-Weltmeister Ronny Ackermann besiegt. Bronze ging an Olympiasieger Finnland (+1:15,5).

Gottwald setzte sich nach dem Gewinn von sieben WM- und Olympia-Medaillen erstmals die Krone auf. 3,7 Kilometer vor dem Ziel inszenierte er im letzten Anstieg die entscheidende Attacke, seinem Antritt war Ackermann nicht gewachsen und riss ab. Der 27-jährige Salzburger gestaltete die letzten Meter zum Triumphzug, streckte jubelnd die Arme zum Himmel und fiel hinter der Linie seinen Kollegen in die Arme. Für das wartende Trio war die erste WM-Medaille gleich aus Gold. Bieler und Gruber hatten im Vorjahr Olympia-Bronze geholt, Debütant Denifl stand überhaupt erstmals auf dem Podest. Die Vier vergaßen nicht auf die Helfer im Hintergrund. "Das ist eine Medaille, die allen gehört", sagte Gruber.

Beste Voraussetzungen nach dem Springen
Es war ein perfekter Tag für die Schützlinge des Trainerduos Günther Chromecek und Andreas Felder. Im Springen, das von wechselndem Rückenwind geprägt war, schufen sie mit Platz eins beste Voraussetzungen. Dank einer famosen Steigerung im zweiten Durchgang (Bieler: "Da haben wir gezeigt, was in uns steckt") wurden Finnen und Norweger, die Gewinner der vergangenen fünf Großereignisse, um 1:10 bzw.1:44 Minuten distanziert - sie kamen im Langlauf nicht mehr heran. So war Deutschland, in Salt Lake City vor Österreich auf Rang zwei, der härteste Gegner.

Auch der Langlauf verlief für die Österreicher, die von zahlreichen Fans entlang der Loipe angefeuert wurden, wie erhofft. Gruber und Denifl ("Ich war total nervös, fünf Kilometer können ganz schön lang sein, wenn man angasen muss") schickten Bieler als dritten Mann mit 20 Sekunden Vorsprung auf Ronny Kircheisen ins Rennen und er kämpfte gegen den stärkeren Läufer bravourös.

So startete Gottwald mit nur 3,4 Sekunden Rückstand in den letzten Abschnitt und wie im Einzel gegen Samppa Lajunen war er der Bessere. Ein verdienter Lohn für den Ex-Weltcupsieger, der bei seinem siebenten Großereignis nach einigen Rückschlägen erstmals das süße Gefühl des Siegens auskosten durfte. Man wolle die Medaille nicht ankündigen, sondern gewinnen, hatten die ÖSV-Kombinierer vor dem Bewerb gesagt - am Abend erhielten sie das ersehnte Gold.

Sensationeller Tag in der ÖSV
"Ein sensationeller Tag für die Nordische Kombination in Österreich, ein unbeschreibliches Gefühl", freute sich Gottwald, der an der gleichen Stelle attackiert hatte, wie drei Tage zuvor gegen Lajunen. "Dort werde ich morgen ein Stoßgebet zum Himmel schicken", sagte der Zeller. "Ich habe jeden Schritt gefightet und es dann richtig genossen, als Sieger ins Ziel zu laufen." Chromecek war beinahe sprachlos. "Alles ist so perfekt gelaufen, wie geplant. Die drei Löwen haben ein super Rennen geliefert, und als Felix als Erster ins Stadion kam, war das ein Bild, das man nicht erwarten konnte."

"Weltmeister! Der schönste Tag in meinem Leben", jubelte Bieler und auch für Gruber ist "ein Traum in Erfüllung gegangen". Denifl sprach von einem gewaltigen Gefühl. "So wie der Felix heute gelaufen ist, hätte ich nicht Ronny Ackermann sein wollen." Er hätte auf einen Endspurt gehofft, aber "Gottwald war am Berg einfach zu stark", meinte der Deutsche.

23.2.2003 14:43
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