Freitag, 21. Februar 2003

Pole Adam Malysz Weltmeister auf der Großschanze

  • Böses WM-Debakel für ÖSV-Springer auf Großschanze
  • PLUS: Alle Details zur Nordischen WM 2003!

Adam Malysz hat sich am Samstagabend bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme den Titel von der Großschanze geholt und damit sein zweites WM-Gold erobert. Der Pole verwies im Finale mit einem Satz auf den neuen Schanzenrekord von 136 m den Halbzeitführenden Matti Hautamäki aus Finnland auf Platz zwei, Bronze ging an den Japaner Noriaki Kasai.

Österreichs Skispringer erlitten ein Debakel. Die Truppe von Hannu Lepistö, die in der bisherigen Weltcupsaison 27 Podestplätze und sieben Siege erreicht hatte, war schon nach dem ersten Durchgang abgeschlagen und weit entfernt von Medaillenplätzen. Letztlich war Florian Liegl als Achter der beste ÖSV-Mann.

Liegl Achter, Andreas Widhölzl Elfter, Martin Höllwarth 14. und Christian Nagiller gar nicht im Finale der besten 30. Auch wenn man schon im Training gesehen hat, dass den Österreichern der Faden gerissen ist und eine Medaille nur schwer zu erreichen sein wird, so schmerzte dieses Ergebnis freilich. Bei den Athleten herrschte durchwegs Rätselraten, wobei der 20-jährige Liegl (125,0/129,0 m) trotz heuer sieben Podestplätzen keinen Grund zum Trübsalblasen sah. "Für mich ist das meine erste WM, und ich sehe keinen Grund zur Enttäuschung", sagte der Kulm-Sieger. Und er blickte auch schon in Richtung des heutigen Teambewerbs (18:00). "Natürlich wollen wir vorne mitspringen. Das wichtigste ist, dass wir acht gute Sprünge runterbringen."

Innauer gezeichnet
Ein sichtlich gezeichneter Toni Innauer meinte: "Es war nach den gezeigten Trainingsleistungen ein bisserl zu befürchten. Erklärungen bringen uns jetzt nichts. Vermutlich hätten wir das Ereignis da etwas Spezifischer angehen können, andererseits hatten wir viel Selbstvertrauen und da will man nicht zu viel ändern." Man neige dazu, die Dinge laufen zu lassen. Überrascht worden seien nicht nur die Österreicher von einigen Änderungen wie das Erstarken der Finnen. "Vor allem mit den Japanern hätte ich nie gerechnet", gab Innauer zu.

Nagiller im 1. Durchgang out
Für Christian Nagiller endete das WM-Debüt überhaupt schon im ersten Durchgang. Der 18-jährige Tiroler, der schon in der Qualifikation nicht überzeugt hatte, landete unmittelbar nach dem Schanzenrekordsprung von Matti Hautamäki im ersten Sprung (134 m) nur bei 113,5 Metern. Der Youngster verließ kommentarlos den Auslauf. Einziger Trost für den Österreicher war wohl, dass es auch ganz Große erwischte: Janne Ahonen, der Gesamt-Weltcup-Dritte, stürzte bei 120 Metern und schied ebenfalls aus.

Schon nach dem ersten Durchgang hatte sich ein Zweikampf von Matti Hautamäki und Adam Malysz abgezeichnet, die beide den Schanzenrekord von Ronny Ackermann (133 m) um einen Meter verbesserten. Der Finne führte nur 0,5 Zähler vor dem Polen, doch Malysz hatte noch mehr Reserven, sprang noch zwei Meter weiter. Für Malysz, der heuer noch keinen Saisonsieg hatte, war es der zweite WM-Titel nach jenem von der Normalschanze 2001 in Lahti.

Nun war aus österreichischer Sicht sogar um die noch vor den Titelkämpfen als nahezu "sicher" geltende Mannschafts-Medaille im Teambewerb, der heute ausgetragen wird, alles andere als eine Bank. In einer natürlich nur inoffiziellen Wertung des ersten Durchgangs der sechs stärksten Nationen hätte Österreich hinter den Deutschen, den Norwegern, Finnen und Japanern nur den fünften Rang belegt. Wobei die Finnen mit Ahonen einen Sturz in der Wertung haben und neben Nagiller auch die Japaner einen Mann im ersten Sprung nicht unter die Top 30 brachten.

Kofler vierter Mann im Springer-Team
Andreas Kofler ist der vierte Mann im österreichischen Team für den Mannschaftsbewerb der Skispringer im Rahmen der 44. Nordischen Weltmeisterschaften am Sonntag (Beginn 18 Uhr). Das ÖSV-Quartett lautet somit Florian Liegl, Andreas Widhölzl, Martin Höllwarth sowie Kofler. Die Entscheidung zu Gunsten Koflers fiel am Sonntagvormittag im Rahmen eines ÖSV-internen Trainings, an dem neben Kofler auch Christian Nagiller und Thomas Morgenstern teilnahmen.

21.2.2003 12:03