Freitag, 21. Februar 2003

WM-Quartett 1991 kehrte in anderen Funktionen wieder

  • Vettori: "Man spürt das immer noch"
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Österreichs Skispringer-Mannschaft ist für den Team-Bewerb am Sonntag einer der Favoriten. Widhölzl, Liegl, Höllwarth und Nagiller könnten dabei in die Fußstapfen einer Gold-Equipe treten, die vor zwölf Jahren an gleicher Stelle, eben in Predazzo, triumphiert hat. Bemerkenswerterweise sind die vier Team-Weltmeister von 1991 auch 2003 wieder für den ÖSV hier, allerdings in unterschiedlichen Funktionen: Ernst Vettori als Marketing- und Pressemann des ÖSV, Heinz Kuttin und Stefan Horngacher als Co-Trainer im Spezialspringen und Andreas Felder als Sprungtrainer bei den Kombinierern.

Und die Erinnerung an diesen Sieg ist bei den vier Protagonisten noch lebhaft. Ein gemeinsamer Erfolg, der dieses Quartett auch nachhaltig vereint hat. "Man spürt das immer noch, dieses Zusammengehörigkeitsgefühl", beschreibt Ernst Vettori die Atmosphäre. Und natürlich sind diese Erinnerungen auch intern ein Gesprächsthema. Vettori hatte sich im Sommer vor der WM 91 an der linken Schulter verletzt und war im Herbst eigentlich nur zum Zuschauen beim Training. "Ich hab mir damals gedacht, das wird nimmer. Dann bin ich aber problemlos ohne Vorbereitung in die Saison eingestiegen", denkt der Tiroler zurück.

Alle Vier wieder dabei
Für den Einzel-Olympiasieger von 1992 (Normalschanze) war es die einzige Team-Goldene seiner Karriere. "In Albertville hat es ja leider nicht geklappt, da wurden wir Zweite", weiß Vettori, der damals nur knapp am Olympia-Doppelsieg vorbeigeschlittert war. Übrigens ebenfalls in der "weltmeisterlichen" Besetzung von Val di Fiemme. "Unser Teamgeist ist damals belohnt worden. Es ist schon witzig, dass wir jetzt alle Vier wieder hier sind, wenn auch in anderen Bereichen."

Marketing-Studium mit Abschluss
Während die anderen Drei also im Trainergeschäft gelandet sind, versuchte sich Vettori auf anderen Wegen. "Ich wollte schauen, was ich außer Skispringen noch kann", meint er lachend. Er schloss sein Marketing-Studium mit dem Magister-Titel ab, und landete letztlich mit seinen erworbenen Fähigkeiten doch wieder bei den Nordischen. Für Heinz Kuttin ein Beweis, "dass wir doch alle sehr an unserer Sportart hängen". Der 32-jährige Kärntner und Horngacher haben wiederum ihren Teil beigetragen, zum Aufwärtstrend im Springerteam. Und Andreas Felder, der u.a. auch schon für die deutschen Kombinierer erfolgreich als Sprungtrainer tätig war, hat sich ohnehin bereits seit Jahren etabliert.

Söhne in den Fußstapfen der Väter?
Mit den Söhnen von Vettori und Felder könnte es irgendwann eine Fortsetzung dieser "Zeitreise" geben: Nils Vettori und Björn Felder sind auch im nordischen Bereich unterwegs, beide versuchen sich u.a. schon als Kombinierer und Springer.

21.2.2003 10:37