Mittwoch, 19. Februar 2003

Die Medaille ist weg - Botwinow an Sturz aber schuldlos

  • Rang zwölf zum Auftakt der Nordischen Ski-WM
  • Überraschender Sieg durch den Norweger Alsgaard

Michail Botwinow hat es wieder einmal geschafft, bei einem Großereignis in Topform zu sein. Der Olympia-Dritte von Salt Lake City lief am Mittwoch bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme ein großartiges 30-km-Rennen, doch ein unverschuldeter Sturz rund vier Kilometer vor dem Ziel raubte ihm die Chance auf eine Medaille. Verständlich, dass der 35-Jährige nach Rang zwölf (+28,0 Sekunden) enttäuscht war. Am Donnerstag (10.00 Uhr): steht der Langlauf Damen 10 km klassisch am Programm. Auf NEWS Networld sin Sie live dabei.

Michail Botwinow wird bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme vor der fix eingeplanten Staffel am Dienstag noch ein zweites Rennen bestreiten. Der Zwölfte des Auftaktbewerbs und die ÖSV-Teamführung entschieden am Mittwoch Nachmittag für ein Antreten über 15 km klassisch am Freitag (11:15). Botwinow ist der Meinung, dass sich ein weiteres Rennen positiv auf seine Formentwicklung auswirken würde. Außer ihm wird am Freitag aus dem ÖSV-Team auch Alexander Marent laufen.

Überraschungssieger Thomas Alsgaard, der einen Dreifach-Sieg der Norsker anführte, gelang Historisches: Er eroberte als erster Langläufer bei acht Großereignissen in Folge eine Goldmedaille.

Botwinow lief vom Start weg in guter Position in der Spitzengruppe, übernahm zwischendurch sogar die Führung und bewies seinen Aufwärtstrend nach Rang 14 vor einer Woche in Asiago. Zuvor war im Weltcup ein 44. Rang seine beste Saisonplatzierung gewesen. "Das Material war perfekt, ich hatte kein Problem mitzulaufen und habe mit einer Medaille spekuliert, denn ich hatte noch Reserven für den Zielsprint", erklärte Botwinow.

Fredriksson stieg Boti auf den Ski
Doch plötzlich geschah das für ihn Unverständliche: Der Schwede Mathias Fredriksson stieg dem an zweiter Stelle laufenden Botwinow hinten auf einen Ski, der ÖSV-Läufer stürzte, verlor Anschluss und Rhythmus. Es gab keine Chance, die Spitzengruppe einzuholen. In Rennen mit Massenstart käme es oft zu Kontakten, doch an dieser unproblematischen Stelle mit mehreren Spuren hätte das nicht passieren dürfen, merkte Botwinow kritisch in Richtung Fredriksson an. Absicht könne man freilich keine unterstellen. Auch bei der Heim-WM war Botwinow in der Staffel gestürzt, dennoch hatte es am Schluss Gold für Österreich gegeben.

So groß der Ärger über die verpasste Chance war, so groß war auch die Erleichterung über die gute Form zum richtigen Zeitpunkt. Dem ÖSV-Langlaufteam wurde viel Druck genommen und Botwinow blickte zuversichtlich in die Zukunft. "Vom Ergebnis her kann es nur besser werden und auch konditionsmäßig kann es noch aufwärts gehen, denn das war erst mein zweites Rennen", sagte der Wahl-Ramsauer. Über einen Start im 15-km-Bewerb am Freitag wollte er erst später entscheiden.

Erfolgreiche Aufholjagd der Norweger
Nach der spannenden WM-Premiere mit Massenstart jubelten die Norweger. Sie hatten im Finish erfolgreich Jagd auf den Titelverteidiger und 15-km-Olympiasieger Andrus Veerpalu (EST) gemacht und belegten durch Alsgaard, Anders Aukland (0,6 Sekunden zurück) und Frode Estil (1,1) die ersten drei Plätze vor dem Topfavoriten, der 1,4 Sekunden zurücklag.

"Die Zielgerade war noch nie so lang", sagte Alsgaard, der sich für den Fixplatz im starken Norsker-Team trotz mangelnder Resultate bedankte. Der 31-jährige Serien-Champion (vier Mal Gold bei Olympia und fünf Mal Weltmeister) hatte im Sommer nach einem Radsturz mit Sehnenriss an der Hand pausieren müssen und war um Weihnachten wegen Erkrankung drei Wochen ausgefallen. Rang 14 war die beste Saisonplatzierung des Gewinners von 13 Weltcuprennen. "Aber nach hartem Training in den vergangenen sechs Wochen habe ich mich sehr gut gefühlt und beim Start hatte ich eine kleine Hoffnung auf eine Medaille. Gold zu gewinnen, ist ein unglaubliches Gefühl."

19.2.2003 13:30