Mittwoch, 19. Februar 2003

Skisprung-Trainer Kuttin wünscht sich einen Nachfolger

  • Der 32-Jährige ist bislang letzter Einzel-Weltmeister im Springen
  • PLUS: Alle Details zu den ÖSV-Adlern & der Nordischen Ski-WM

Wenn am Freitag die Qualifikation für den ersten von drei WM-Bewerben der Skispringer in Predazzo beginnt, steht der bisher letzte österreichische Einzel-Weltmeister in anderer Funktion an der Schanze. Heinz Kuttin, 32 Jahre jung, kehrt zwölf Jahre nach seinem größten Triumph ins Val di Fiemme zurück. Als Co-Trainer von Chef-Coach Hannu Lepistö hat er wie Stefan Horngacher ebenfalls seinen Anteil am Hoch der heimischen "Adler". Und auch aktiv daran mitgearbeitet, endlich seinen Nachfolger zu finden.

"Der Einzeltitel ist mir natürlich sehr gut in Erinnerung. Das ist mir nur einmal gelungen und ich bin damals auch mit 95 Metern Schanzenrekord gesprungen", dachte Kuttin zurück. Es war das erste Nachtspringen bei einer WM und die letzte WM, bei der noch im klassischen Parallel-Stil gesprungen wurde. "In der Saison auf 1992 haben wir dann auf den V-Stil umgestellt."

Kuttin ist mit 1,94 Metern gleich groß wie Florian Liegl, dessen Stern in dieser Saison aufgegangen ist. Während Liegl aber mit 2,80-m-Latten unterwegs ist, - das volle Reglement von 283 cm nützt der Tiroler derzeit gar nicht aus -, musste Kuttin im alten Stil noch mit 20 Zentimeter kürzeren Ski auskommen. "Ich hätte alles in Grund und Boden gesprungen", scherzt Kuttin und weiß natürlich, dass sich der Skisprung-Sport nicht nur wegen der Sprungstil-Änderung in den vergangenen zwölf Jahren auch vom Material her gewaltig weiter entwickelt hat.

Kuttin letzter Einzel-Skisprung-Weltmeister
Auf den WM-Schanzen habe sich sowohl das Rundherum geändert, als auch die Profile der Bakken selbst. "Die Aufsprünge sind flacher geworden. Beide Schanzen sind im Sommer umgebaut worden", erklärt Kuttin. Er wünscht sich natürlich nicht, dass er weiterhin der bisher letzte Einzel-Skisprung-Weltmeister des ÖSV-Teams bleibt. "Davon habe ich doch nichts. Es wäre jetzt wirklich an der Zeit und wir sind auch sehr gut heuer. Von den sechs Leuten kann jeder ein Springen gewinnen, fünf haben in dieser Saison auch schon gewonnen."

Im Vergleich zu 1991 gäbe es nun zwar noch viel mehr Material- und Technik-Diskussionen, aber der Spaß, zumindest in der rot-weiß-roten Equipe, sei noch so wie damals. Änderungen bemerkt Kuttin freilich auch im Ambiente. "Früher wären wir froh gewesen, wenn bei den Springen mehr Rummel gewesen wäre. Heute wird es manchmal eher zu viel."

19.2.2003 10:08