Walter Mayer gibt Fehler zu, rechnet aber mit Medaille
- Training war zu sehr auf Hoffmann abgestimmt
- Plus die Umfrage: Wie viele Medaillen holt Österreich?
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"Ewige" Bilanz bei Weltmeisterschaften
Trotz einer bisher mageren Weltcup-Saison hoffen auch Österreichs Langläufer bei den Nordischen Weltmeisterschaften im Val di Fiemme auf Edelmetall. So gab es nur eine Platzierung auf dem Podest durch Christian Hoffmann (Rang zwei in Nove Mesto über 15 km Skating), und natürlich trägt der Oberösterreicher die größten Hoffnungen des Nordischen Direktors für Langlauf, Walter Mayer. Der Salzburger gestand am Dienstag zwar Fehler in der Vorbereitung ein, dennoch rechnet er auch im Trentino mit einer Medaille.
Seit der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Nagano durch Markus Gandler ist Österreichs Öffentlichkeit auch in Sachen Langlauf erfolgsverwöhnt. Abgesehen von den Titelkämpfen in Lahti, lieferten die "Loipenflitzer" bei jedem Großereignis seither zumindest ein Mal Edelmetall, bei Weltmeisterschaften waren es bisher je ein Mal Gold und Silber sowie drei Mal Bronze. "Dass wir keine Langlauf-Nation sind, ist klar, aber wir rechnen nach wie vor mit einer Medaille", blieb Mayer am Tag vor dem Start von Michail Botwinow (30 km kl. mit Massenstart) optimistisch.
Nachwuchs ist überlastet
Grundsätzlich bekannte Mayer aber Fehler im Training und in der Vorbereitung ein. "Wir haben das Training zu sehr auf Hoffi ausgerichtet, wir hätten in zwei Gruppen trainieren sollen", meinte der Radstädter, der dies auch auf seine Kappe nehmen will. So sei die Höhentrainingskette mit drei Wochen in St. Moritz, drei Wochen in Belmeken (BUL) und letztlich weiteren vier Wochen auf dem Dachstein (wegen Schneemangels in tieferen Lagen) vor allem für die Jungen zu viel gewesen. Das Ergebnis: Der Nachwuchs ist völlig überlastet, die Regeneration kann nicht einmal mehr bis zum Saisonende erfolgen.
Mayer will neue Nachwuchsstrukturen
Ein Jürgen Pinter beispielsweise sei in der Vorsaison vier Mal in die Weltcup-Punkte gekommen, in der WM-Saison war er nicht einmal noch unter den Top 50. "Aber die Athleten sind unschuldig, das ist unsere Schuld", bekräftigte Mayer. Man dürfe eben mit dem Nachwuchs nicht zu ungeduldig vorgehen, ein Ausdauerkörper benötige etwa sieben Jahre, um Spitzenniveau zu erreichen. Und darum will Mayer die Nachwuchsarbeit in Österreich überhaupt auf neue Beine, sprich verbesserte Vereinsstrukturen stellen. Mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat es bereits Vorgespräche gegeben, Markus Gandler soll sich um diese Sache hauptberuflich bemühen.
Damen-Gruppe wird aufgebaut
Wie wichtig und auch effizient gute Strukturen für den Sport sind, haben ja die Skispringer vorgezeigt, auch wenn der Erfolg dort geradezu explosionsartig passierte und damit nicht nur mit den organisatorischen Änderungen zu begründen ist. Bei den Langläufern gibt es ein Projekt, um endlich auch wieder in den Damenrennen vertreten zu sein. Das Ehepaar Maria Theurl/Achim Walcher kümmert sich um eine Gruppe mit 15 Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, die zur Spitze geführt werden sollen. "Dazu ist aber ein sieben- bis zehnjähriger Aufbau nötig. So lange muss man planen im Langlauf", sagte Mayer und fügte hinzu. "Wenn es aus dieser Gruppe ein bis drei Mädchen schaffen, Weltcup tauglich zu sein, musst du zufrieden sein." Auch in Sachen Trainingsmöglichkeiten fordert Mayer zusätzliche Zentren, derzeit gibt es in Rosenbach lediglich einen Verein, der über eine Beschneiungsanlage verfüge.
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