Sonntag, 23. Februar 2003

Eberharter baute im Super-G Weltcup-Führung aus

  • Nur Büchel bezwang mit erstem Weltcup-Sieg Tiroler
  • PLUS: Gratulieren Sie unserem Steff!

Mit Platz zwei im Super G von Garmisch-Partenkirchen hat Stephan Eberharter am Sonntag den Vorsprung im Gesamt-Weltcup auf Bode Miller auf satte 185 Zähler ausgebaut. Der Tiroler musste sich im fünften und vorletzten Super-G der Saison nur dem Liechtensteiner Marco Büchel geschlagen geben, der dank des ersten Weltcup-Sieges seiner Karriere die Führung in der Spezial-Wertung übernommen hat. Vierter wurde hinter dem überraschend starken Schweizer Tobias Grünenfelder der Kärntner Fritz Strobl.

Besonders viel wert ist Platz zwei für Eberharter, da sein großer Rivale Miller mit Nummer 24 ausschied. Beim 25-Jährigen machen sich nach dem Start in allen bisherigen Weltcup- und WM-Rennen dieser Saison erste Verschleißerscheinungen bemerkbar, denn am Samstag war Miller in der Abfahrt nicht über den schwachen 28. Rang hinausgekommen. Somit ging das Garmisch-Wochenende nach Abfahrt und Super G mit 180:3-Zählern klar an Eberharter, der sich ja am Samstag neuerlich die kleine Kristallkugel für den besten Abfahrer gesichert hatte.

"Ein perfektes Wochenende"
Da schmerzte auch der knappe Rückstand von 0,13 Sekunden auf Sieger Büchel nicht so sehr. "Den Sieg hab ich in der Zielkurve liegen gelassen. Trotzdem war es ein perfektes Wochenende", zog der Zillertaler einen Schlussstrich unter die Garmisch-Rennen. Mit dem Zweikampf um den Gesamt-Weltcup will sich der 33-Jährige acht Rennen vor Schluss nicht allzu viel beschäftigen: "Ich rechne nicht in Punkten, sondern nur in guten Ergebnissen."

Gesamt-Weltcup in Reichweite
Die ÖSV-Trainer nahmen hingegen sehr wohl Stellung zur Ausgangslage im Duell Miller-Eberharter. "Nachdem viele gemeint haben, dass beim Steff nach der WM die Luft draußen ist, hat er in Garmisch Zähne gezeigt. Jetzt schaut es nicht so schlecht aus, es wird aber sehr spannend", meinte Herren-Chef Toni Giger. "Die Punkte heute zählen sehr, sehr viel. Auch für den Super-G-Weltcup", weiß auch Alpindirektor Hans Pum.

Wieder Sturz von Walchhofer
Wie bereits am Samstag in der extrem schwierigen Abfahrt machte die Kandahar-Piste auch 24 Stunden später den Läufern gehörig zu schaffen. "Ich bin froh, dass ich heil und schnell im Ziel stehe. Das war wieder brutal", gestand Eberharter und Miller pflichtete ihm bei: "Der schlimmste Hang, den ich in diesem Winter fahren musste." Das bekam auch wieder Abfahrts-Weltmeister Michael Walchhofer zu spüren, der neuerlich ausschied. Nach seinem Sturz am Samstag in der Abfahrt hatte der Salzburger noch Schmerzen im Genickbereich, konnte aber schließlich doch noch an den Start gehen.

Fritz Strobl fährt weiter
Sein bestes Super-G-Ergebnis der Saison fuhr der viertplatzierte Fritz Strobl ein. "Ich bin wieder vorne dabei. Jetzt noch das Finale und dann geht es auf in den nächsten Winter", kündigte der 30-Jährige gleich auch die Fortsetzung seiner Karriere an.

Büchel beendet ÖSV-Herren-Serie
Der sympathische Liechtensteiner Büchel hat eine beachtliche ÖSV-Herren-Serie in Garmisch beendet. Denn nach neun Rennen in Folge (fünf Mal Super G, vier Mal Abfahrt) kam in Garmisch erstmals seit 22. Februar 1997 (Abfahrt, Luc Alphand/FRA) ein Sieger nicht aus Österreich. Zwischen Alphand und Büchel holten die ÖSV-Asse Hermann Maier (drei Mal), Eberharter (zwei Mal), Fritz Strobl (zwei Mal), Andreas Schifferer und Christoph Gruber die Rennsiege für Rot-Weiß-Rot.

"Kann es gar nicht fassen"
Büchel hat nun auch im Kampf um den Super-G-Weltcup die besten Karten, der Glatzkopf führt nämlich mit 280 Punkten vor dem Finale am 13. März in Lillehammer vor Eberharter (256) und dem Schweizer Didier Cuche (238). "Ich kann es gar nicht fassen, weil ich nicht gedacht habe, dass ich so gut unterwegs war", lautete der verwunderte Kommentar des 31-Jährigen aus Balzers, der 1999 in Vail Riesentorlauf-WM-Silber geholt hatte. "Einen Stephan Eberharter zu schlagen, ist etwas ganz Besonderes."

23.2.2003 13:08