Dienstag, 18. Februar 2003

Weidlinger löschte Millonigs Hallen-Uralt-Rekord aus

  • In Stockholm fast 24 Jahre alte 3.000-m-Bestmarke verbessert

Der Oberösterreicher Günther Weidlinger hat am Dienstag den ältesten noch bestehenden österreichischen Leichtathletik-Hallenrekord bei den Herren ausgelöscht. Der 24-Jährige bewältigte beim Energizer-Meeting in Stockholm die 3.000 m als Dritter in 7:44,19 Minuten und war damit um 3,31 Sekunden schneller als Dietmar Millonig am 25. Februar 1979 in Wien. Weidlinger wurde in einem Klassefeld nur vom Portugiesen Rui Silva (7:42,55) und dem Kenianer Luke Kipkosgei (7:43,46) besiegt.

Der Hindernis-Spezialist im Freien heftete sich von Beginn an an die Fersen dieser beiden Topleute und erfüllte damit die Vorgabe seines Trainer-Vaters Heinrich. "Ich glaube, mein Vater kann heute sehr stolz auf mich sein. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden. Die Verbesserung des Rekords war mir heute wichtiger als das WM-Limit, denn das kommt da sowieso mit", freute sich der Student. Weidlinger war schon einige Male an seinem Vorhaben gescheitert, den Millonig-Rekord zu unterbieten.

Der älteste ÖLV-Rekord in der Halle ist nun übrigens jener von Karoline Käfer über 400 m, die Kärntnerin war am selben Tag wie Millonig in Wien 51,90 Sekunden gelaufen. Weidlinger erbrachte als sechster österreichischer Athlet das Limit für die Hallen-WM in Birmingham (14. bis 16. März) und wird in England auch antreten. "Es war eigentlich nicht unbedingt geplant. Aber mit dieser Zeit hier muss ich dort wohl antreten", rechnet sich das Ass von der IGLA Harmonie Natternbach nun für Titelkämpfe einiges aus.

Bis dahin hat der ehemalige Junioren- und U23-Europameister noch Starts bei den nationalen Meisterschaften am ersten März-Wochenende in Linz sowie beim Indoor-Meeting eine Woche darauf im Wiener Dusika-Stadion eingeplant. "Ich muss aber erst mit meinem Vater besprechen, über welche Distanzen ich da starte", erklärte Weidlinger unmittelbar nach dem Rekordlauf.

Vor Weidlinger hatte sich bereits das Quintett Susanne Pumper (3.000 m), Stephanie Graf (800 m), Elmar Lichtenegger (60 m Hürden) sowie Karin Mayr und Bettina Müller (jeweils 60 m) für die WM qualifiziert. Fast hätte es Martin Pröll als siebenter ÖLV-Athlet geschafft, doch der EM-Siebente von München kam hinter Weidlinger über den achten Platz nicht hinaus und verpasste die Norm für Birmingham in 7:54,67 Sekunden um 0,67 Sekunden.

Besser lief es für Karin Mayr, die Niederösterreicherin wurde über 60 m in 7,27 m hinter der Französin Muriel Hurtis Zweite (7,21). Das war der gleiche Einlauf wie im vergangenen März im Wiener EM-Finale über 200 m. Dabei hatte Mayr vorerst noch um den Final-Einzug gebangt, nachdem sie im Vorlauf in 7,37 Sekunden zeitgleich mit der Slowenin Alenka Bikar Sechste war. Doch Manager Robert Wagner veranlasste eine genau Auswertung, woraufhin Mayr um einige Tausendstel schneller als ihre Konkurrentin gesehen wurde.

18.2.2003 22:21