Sonntag, 23. Februar 2003

Bagdad prüft Ultimatum von Hans Blix

  • Noch keine Entscheidung über Raketenzerstörung
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Der Irak hat noch keine Entscheidung über die von UNO-Inspektor Hans Blix geforderte Raketenzerstörung getroffen. Nach Angaben des irakischen Verbindungsoffiziers zu den Vereinten Nationen prüft Bagdad die Aufforderung. Blix stellte dem Irak ein Ultimatum bis nächsten Samstag, mit der Zerstörung der Raketen mit einer Reichweite von mehr als 150 Kilometern zu beginnen.

General Hossam Mohamed Amin sagte in Bagdad: "Wir bemühen uns ernsthaft um eine Lösung." Irak habe nicht erwartet, dass die Inspekteure die Zerstörung der El-Samud-2-Raketen fordern würden. Er sei aber zuversichtlich, dass Probleme "ohne Einmischung der Amerikaner oder der Briten" gelöst werden könnten. Die Zerstörung würde die irakische Kampffähigkeit einschränken, aber nicht besonders stark. Nach Schätzung von UNO-Inspekteuren verfügt Saddam Hussein über 100 bis 120 El-Samud-2. Der Irak betrachtet die Zerstörung von Kurzstreckenraketen als militärische Schwächung.

Arabische Liga: Bagdad bittet um Verschiebung
Der Irak hat die Staaten der Arabischen Liga um eine Verschiebung des nächsten Treffens gebeten, weil es die kommenden zwei Wochen für die Arbeit mit den UNO-Inspektoren benötige. "Wir haben um dies(en Aufschub) gebeten, weil die Zeit von jetzt an bis zum 14. März sehr heikel sein wird", sagte der irakische Außenminister Naji Sabri am Montag dem arabischen TV-Nachrichtensender Al Jazeera. "Diese Tage und Stunden sind für uns sehr wichtig, um unsere Bemühungen auf die Beantwortung der Fragen der (UNO-Waffeninspektoren der) UNMOVIC zu offenen Themen zu konzentrieren."

Sabri nimmt derzeit in Malaysia am Gipfeltreffen der blockfreien Staaten teil, bei dem eine große Gruppe an Entwicklungs- und Schwellenländern die Irak-Krise diskutiert.

Hussein wirft Bush fehlende Mannhaftigkeit vor
Der irakische Präsident Saddam Hussein warf der Führung der USA im Umgang mit seinem Land fehlende Mannhaftigkeit und Ritterlichkeit vor. Die amtliche irakischen Nachrichtenagentur INA zitierte den Präsidenten, die Iraker seien in ihrem Zorn darüber keineswegs zu unterschätzen. Die Iraker nähmen es nämlich übel, dass das Verhalten der Feinde sich nicht an ein "Minimum von Mannhaftigkeit und Ritterlichkeit" halte.

23.2.2003 20:39