Donnerstag, 20. Februar 2003

Concorde musste notlanden: Superstars an Bord

  • Naomi, Linda Evangelista und Rod Stewart in Todesangst

Erinnerungen an das furchtbare Concorde-Drama mit 113 Toten bei Paris werden wach: Wieder hatte ein Überschall-Flieger Probleme, musste auf dem Weg von Paris nach New York in Kanada notlanden! Passagiere in Todesangst! Unter ihnen: Die beiden Supermodels Naomi Campbell und Linda Evangelista - und Popstar Rod Stewart!

Von den 47 Passagieren und neun Besatzungsmitgliedern sei niemand verletzt worden, berichtete am Donnerstag die Zeitung "Globe and Mail". Die Maschine habe trotz eines Triebwerksproblems störungsfrei auf dem Flugplatz von Halifax nahe dem Atlantischen Ozean aufgesetzt.

Auf dem Flug AF002 sei am Mittwoch bei einem der vier Triebwerke ein Problem entstanden, teilte die französische Fluggesellschaft Air France mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Zwei Techniker seien von New York nach Halifax geflogen, um die Ursache des Schadens zu klären. Die Passagiere setzten nach einer dreistündigen Zwangspause an Bord einer Maschine der Air Canada die Reise nach New York fort.

Model Naomi Campbell hatte zuvor für Aufsehen gesorgt, als sie sich in einem Imbiss-Restaurant des kleinen kanadischen Flughafens nach einer Hamburger-Mahlzeit anstellte. Weil das Restaurant keine 100-Dollar-Noten akzeptierte, musste sie sich nach Angaben der Zeitung bei anderen prominenten Mitreisenden Kleingeld besorgen.

Beschäftigte am Flughafen Halifax berichteten, dass sie enttäuscht gewesen seien über die Erscheinung von Campbell, Evangelista und Stewart. Die Models hätten ohne Make-up in ihrer unauffälligen Freizeitkleidung gar nicht so attraktiv wie auf den Titelseiten von Illustrierten ausgesehen. Zuletzt hatte eine unplanmäßige Concorde-Zwischenlandung im Sommer 2000 einen Superstar nach Kanada gebracht. Entertainer Tony Bennet hatte mehrere Stunden auf dem Flugplatz von Gander ausharren müssen.

Im vergangenen November hatte ein Triebwerksausfall einer Air-France-Maschine mitten über dem Atlantik die Passagiere in Angst und Schrecken versetzt, als die Concorde dabei stark absackte. Mit den restlichen drei Triebwerken war der schnellste Passagierjet der Welt anschließend sicher in Paris gelandet.

Am 25. Juli 2000 war unmittelbar nach dem Start vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle ein Überschalljet der Air France in Brand geraten und auf ein Hotel gestürzt. 113 Menschen starben, unter ihnen 97 Deutsche. Ursache des Unglücks war ein von einer anderen Maschine auf der Rollbahn abgefallenes Metallteil. Dieses Metallstück bohrte sich in den Reifen der Concorde, was in einer Kettenreaktion bis zur Explosion des Tanks führte.

20.2.2003 11:42