Mittwoch, 19. Februar 2003

Armenische Opposition protestiert gegen Wahlergebnis

  • Kundgebung in Eriwan verlief friedlich

Bis zu 40.000 Anhänger der Opposition in Armenien haben am Sonntag erneut gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl protestiert. Die Kundgebung in der Hauptstadt Eriwan verlief nach Augenzeugenberichten friedlich. Am vergangenen Donnerstag hatte die Opposition noch mit einem möglichen Umsturz gedroht, falls ihr Kandidat Stepan Demirtschjan nicht bis Sonntag zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt werde.

Bei der Wahl am vergangenen Mittwoch hatte Amtsinhaber Robert Kotscharjan dem amtlichen Ergebnis zufolge die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Er muss sich am 5. März einer Stichwahl gegen den zweitplatzierten Demirtschjan stellen. Am Samstagabend warnte der Präsident die Opposition vor Gewaltakten. "Die Stabilität, die seit einigen Jahren in Armenien herrscht, ist das Ergebnis meiner Arbeit, und ich werde nicht zulassen, dass jemand die Lage destabilisiert", erklärte Kotscharjan.

Polizei und Militär der Kaukasus-Republik stellten sich demonstrativ hinter den Präsidenten. 40 bis 50 Oppositionsanhänger waren am Samstag wegen angeblicher Ausschreitungen festgenommen worden. Die Sprecher auf der Kundgebung am Sonntag warfen Kotscharjan erneut Wahlfälschung vor.

19.2.2003 21:55