Mittwoch, 19. Februar 2003

Iranischer Militärjet mit 302 Passagieren abgestürzt!

  • Insassen waren alle Angehörige der Revolutionsgarde

Beim Absturz eines iranischen Militärflugzeugs im Süden des Landes sind alle 302 Insassen ums Leben gekommen. Es handelt sich damit um das schwerste Flugzeugunglück in der Geschichte Irans. Die 284 Passagiere und 18 Besatzungsmitglieder waren nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA Angehörige der Revolutionsgarde.

Die Maschine russischer Bauart befand sich auf einem Inlandsflug von Sahedan nach Kerman, als sie am Mittwoch - rund eine halbe Stunde vor der geplanten Landung - in einer Berggegend abstürzte. Die Ursache war zunächst nicht bekannt. Suchmannschaften entdeckten am frühen Donnerstagmorgen Teile des Wracks.

Fluglotsen am Flughafen von Kerman sagten einem Bericht des staatlichen Fernsehens zufolge, der Pilot habe schlechtes Wetter und starken Wind gemeldet. Dann sei der Funkkontakt abgebrochen. Der Absturzort lag etwa 80 Kilometer vom Zielflughafen entfernt.

Bei der Unglücksmaschine soll es sich entweder um eine Antonow oder um eine Iljuschin gehandelt haben. Ein Behördenvertreter in Sahedan sagte der Nachrichtenagentur AP, die Revolutionsgarde habe die Stadt besichtigt, um einen für Freitag geplanten Besuch des höchsten Geistlichen, Ayatollah Ali Chamenei, vorzubereiten. Bei mehreren der Opfer soll es sich um ranghohe Offiziere der Revolutionsgarde handeln.

Das vorerst schwerste Flugzeugunglück in der iranischen Geschichte ereignete sich am 3. Juli 1988. Damals schoss die US-Armee über dem Persischen Golf einen Airbus der Iran Air mit 290 Menschen an Bord ab. Nach amerikanischer Darstellung hielten die Verantwortlichen die Maschine irrtümlich für ein Kampfflugzeug. Teheran hat diese Darstellung zurückgewiesen.

19.2.2003 20:51