Globalisierung: "Mehr Risken als Gelegenheiten"
- UNO-Annan: Appell für Halbierung der hungerbedrohten Weltbevölkerung bis 2015
"Die Globalisierung bringt mehr Gefahren als Gelegenheiten mit sich": Das sagte UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Mittwoch bei einer Zeremonie in Rom anlässlich des 25. Jahrestags der Gründung des IFAD, des Internationalen UNO-Agrarentwicklungsfonds. In einem Appell rief Annan die Welthandelsorganisation (WTO) zu einer engen Zusammenarbeit mit der UNO auf, um bis 2015 den Prozentsatz der hungerbedrohten Weltbevölkerung zu halbieren.
"Wir können dieses Ziel nur erreichen, wenn wir die Tatsache berücksichtigen, dass ein Großteil der Weltbevölkerung immer noch von der Landwirtschaft und den damit verbundenen Tätigkeiten lebt", sagte Annan. Für diese Menschen sei die Globalisierung auf internationaler Ebene eine Gefahr. "Es ist wichtig, dass diese Menschen minimale Standards von Lebensqualität erreichen. Wir müssen dafür sorgen, dass im neuen Welthandelssystem auch Bauern aus armen Ländern Überlebenschancen gesichert werden", sagte Annan. Dies erfordere einen aktiven Einsatz der Großen der Welt bei der neuen Verhandlungsrunde über den Welthandel.
Annan warnte auch vor den "dunklen Schatten", den die Irak-Krise auf die Welt werfe. "Die Gefahr eines Kriegs im Irak belastet die ganze Familie der Vereinten Nationen. Das darf uns jedoch nicht von unserer Arbeit ablenken, unsere Arbeit für die Freiheit von Notstand, Freiheit von Angst und für die Ressourcen unseres Planeten", so der UNO-Generalsekretär.
Bei der Zeremonie in Rom übergab der römische Bürgermeister Walter Veltroni Annan ein "Dokument für den Frieden und gegen den Terrorismus", der von den Bürgermeistern von sieben europäischen Hauptstädten unterzeichnet wurde. "Da die Zeichen im Nahen Osten erneut auf Krieg stehen, möchten wir, die Bürgermeister der wichtigsten Hauptstädte Europas, mit Nachdruck bekräftigen, dass ein neuerlicher Konflikt im Irak vermieden werden kann und muss", heißt es in dem Dokument, das auch von Wiens Stadtoberhaupt Michael Häupl (S) unterzeichnet wurde. Unterschrieben wurde der Text auch von den Bürgermeistern von Berlin, Paris, London und Brüssel.
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