Fast 600 Tote bei Anti-Drogen-Einsatz in Thailand
- Hunderte Beamte in Handel verstrickt
Seit dem Start eines harten Anti-Drogen-Einsatzes in Thailand Anfang des Monats sind nach offiziellen Angaben fast 600 Verdächtige getötet worden. Teils Milieumorde, teils allerdings vielleicht auch Selbstjustiz durch Polizisten - oder die Beseitigung von Regimegegnern.
In den meisten Fällen handele es sich um Mitglieder von Rauschiftkartellen, die von Bandenmitgliedern aus Angst vor Verrat hingerichtet würden, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums in Bangkok am Dienstag.
Acht Männer seien von der Polizei in Notwehr erschossen worden. Damit starben seit Auftakt des Einsatzes durchschnittlich 33 Verdächtige pro Tag. Der thailändische Menschenrechtsbeauftragte Pradit Charoenthaithawee zeigte sich entsetzt von der hohen Opferzahl. Er befürchte, dass "ein ziemlich hoher Prozentsatz" in Wirklichkeit nicht von anderen Drogenhändlern, sondern von Polizisten in Selbstjustiz getötet worden sei, sagte er.
Ministerpräsident Thaksin Shinawatra erklärte, auch hunderte Regierungsmitarbeiter seien in den Drogenhandel verstrickt. Nach einem vorläufigen Bericht des Innenministeriums seien mehr als 700 Beamte verschiedener Ministerien in das Rauschgiftgeschäft verwickelt. Shinawatra hatte das Anti-Drogen-Programm gestartet, um das Königreich binnen drei Monaten von der Rauschgiftkriminalität zu befreien.
Die Polizei nahm bei dem Einsatz seit Anfang Februar 15.616 Verdächtige fest. Mehr als sechs Millionen Amphetamin-Tabletten sowie Geld und Wertsachen im Wert von mehr als vier Millionen Euro wurden sichergestellt.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
