Australien mit diplomatischer Initiative im Atomstreit
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Australien will mit einer multinationalen Initiative - unter Einbindung von Pjöngjang und Brüssel - den Streit um das nordkoreanische Atomprogramm beilegen. Der Plan sieht vor, dass Nordkorea sein Atomprogramm einstellt und im Gegenzug dafür Sicherheitsgarantien erhält.
Das so genannte Fünf-plus-Fünf-Modell der australischen Regierung will die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats - Großbritannien, China, Frankreich, Russland und USA - mit Nordkorea, Südkorea, Japan, Australien und der EU an einen Tisch bringen.
Sicherheits-Garantien für Nordkorea
Der australische Außenminister Alexander Downer erklärte am Montag vor dem Parlament in Canberra, dem Forum solle ein weiteres Treffen folgen, bei dem eine Sicherheitsgarantie für Nordkorea erarbeitet werden solle. In dieser multilateralen Umgebung könnten die USA und Nordkorea bilaterale Kontakte aufnehmen.
Nordkorea sagt vorerst Nein
Downer sagte, Nordkorea habe die Idee des Zehn-Länder-Forums zurückgewiesen. Australische Diplomaten wollten sich jedoch weiter für die Initiative einsetzen. Die USA haben sich geweigert, direkte Gespräche mit Pjöngjang zu führen, das die Unterzeichnung eines Nichtangriffspakts fordert. Australien unterhält als eines von wenigen westlichen Ländern diplomatische Beziehungen zu Nordkorea.
Streit um Brennstäbe
Die US-Regierung erklärte, mit jedem Schritt, den Nordkorea zur Erweiterung seiner atomaren Kapazitäten unternehme, isoliere sich das Land weiter. "Ich denke, das ist ein weiteres Beispiel dafür, wie das Regime in Nordkorea eskalierende Maßnahmen unternimmt, um weitere Zugeständnisse zu erhalten", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates des US-Präsidialamtes, Sean McCormack.
Der Forschungsreaktor von Yongbyon war 1994 nach einem bilateralen Abkommen zwischen den USA und Nordkorea stillgelegt worden und sollte durch Leichtwasserreaktoren für die reine Energieerzeugung ersetzt werden. Im Gegenzug lieferten die USA Heizöl und Lebensmittel an das verarmte Land. Es wird davon ausgegangen, dass der Reaktor in Yonbyon in nur einem Jahr Laufzeit ausreichend Plutonium für eine Atombombe produzieren würde. Die Sorge der USA richtet sich auf 8.000 Brennstäbe, die seit 1994 in einem Kühlraum der Anlage lagern. Neben dem relativ kleinen, in Betrieb genommenen Reaktor für fünf Megawatt gibt es in dem Komplex noch einen weiteren mit 25 Megawatt und einen im Bau befindlichen noch größeren Reaktor.
Im Herbst hatte Pjöngjang nach US-Angaben ein geheimes Nuklearprogramm eingeräumt und damit den Atomstreit ausgelöst. Im Jänner stieg das stalinistisch regierte Land aus dem Atomwaffensperrvertrag aus. Zudem wurden die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ausgewiesen und der jahrelang stillgelegte Reaktor von Yongbyon wieder mit atomaren Brennstäben bestückt. Die USA hatten ihre Hilfslieferungen wegen des Streits eingestellt, kündigten aber vor wenigen Tagen an, wieder Nahrungsmittel an die hungernde Bevölkerung zu liefern.
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