Kanzler über Haupt: "Originelle Persönlichkeit"
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Kanzler Schüssel wird der FPÖ für die Koalitions-Verhandlungen ein "sicher faires Angebot machen". Im Radio sagte Schüssel am Samstag auf die Frage, ob er auch bei der Personalentscheidung der FPÖ-Ministerlisten mitreden werde, er werde das mit FPÖ-Obmann Herbert Haupt "diskutieren". Die Stabilität der FPÖ stellt Schüssel nicht in Frage. Herbert Haupt sei eine "sehr originelle, sehr eigenwillige Persönlichkeit, die keine Zurufe braucht".
"Ich habe den Eindruck, dass Haupt gerade durch die Situation der letzten Wochen und Monate zu einer wirklichen Integrationsfigur in der FPÖ geworden ist". Was die EU-Erweiterung und FPÖ-Vetodrohungen betrifft, stellte Schüssel klar, dass bereits die "vorherige Regierung" die Sache positiv erledigt habe. Es gebe einen "zwischen ÖVP und FPÖ akkordierten gemeinsamen Beschluss des Europäischen Rats von Kopenhagen".
EU-Erweiterung steht außer Streit
Demnach werde die Erweiterung der EU am 16. April in Athen unterschrieben. Ab Mai 2004 seien dann die neuen Mitglieder dabei. Ob dies mit Haupt außer Streit stehe, beantwortete der Kanzler damit, dass es "genau ist, wie ich Ihnen gesagt habe. Die frühere Regierung hat diesen Weg bereits beschlossen".
Zur FPÖ merkte der ÖVP-Chef an, mit den Freiheitlichen sei es nach wochenlangen Verhandlungen klar gewesen, "am besten die Zielvorstellungen einer Reformregierung" umsetzen zu können. Über die Stabilität der FPÖ gebe es keine Probleme. Die FPÖ habe die Lehre gezogen, "dass es nur mit Einigkeit nach innen und Geschlossenheit nach außen letztlich möglich ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen". Außerdem sei es "mit der Stabilität so eine Sache", verwies Schüssel auf SPÖ und Grüne. Die Grünen "waren tief gespalten, ob sie überhaupt mit uns verhandeln, bei der SPÖ war das ganz ähnlich". Er habe das Gefühl, dass die Führung in allen Parteien zusammenarbeiten wollte, "und dass es immer Schwierigkeiten mit der zweiten und dritten Ebene gegeben hat".
Haupt "sehr originelle und eigenwillige Persönlichkeit"
Dass Haupt ein "treuer Diener" des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) sei, sieht Schüssel nicht. "Haupt ist niemandes Diener oder Zuträger, sondern eine ganz eigenständige, sehr originelle, sehr eigenwillige politische Persönlichkeit. Der braucht keine Zurufe".
Befragt, ob er glaube, dass Bundespräsident Thomas Klestil bei der Angelobung einer zweiten schwarz-blauen Koalition diesmal freundlicher schauen werde, meinte Schüssel, er habe nicht den Eindruck, dass das Staatsoberhaupt unfreundlich auf die Entwicklng blicke. "Der Weg ist einer, zu dem man stehen kann und den er auch akzeptieren wird".
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