Krankenkassen 2002 mit Minus von 218 Millionen
- Keine Gebietskrankenkasse mit Überschuss

Das Defizit der österreichischen Krankenkassen betrug im Jahr 2002 218 Millionen Euro. Es ist damit um rund vier Millionen höher ausgefallen als im Vorjahr prognostiziert. 2001 lag der Abgang bei 148 Millionen. Diese Zahlen gab am Freitag die Wiener Gebietskrankenkasse auf Anfrage der APA bekannt. Bei den neun Gebietskrankenkassen fiel das Defizit mit 243 Mio. deutlich höher aus als veranschlagt (198,5).
Bei den Daten handelt es sich um Zahlen des vorläufigen Rechnungsabschlusses. Bei den endgültigen Zahlen seien aber nur mehr "geringfügigste" Abweichungen zu erwarten, hieß es.
Den größten Abgang verzeichnete wie im Jahr 2001 wieder die niederösterreichische Gebietskrankenkasse (84,4 Mio.), gefolgt von Wien (53,3 Mio.) und der Steiermark (44 Mio.). Überschüsse erwirtschaftet mittlerweile keine Gebietskrankenkasse mehr. Die Länder Tirol und Kärnten steigen mit null aus. Verantwortlich dafür seien Zahlungen aus dem Ausgleichsfonds, hieß es. In diesen zahlen die reicheren Kassen ein, die ärmeren können über Kredite Gelder lukrieren. Auf diese Weise konnte auch das Defizit bei den Bauern mit 1,7 Mio. Euro wesentlich geringer gehalten werden als prognostiziert (25,5 Mio.).
Wegen der Auslagerung der Schulden in den Ausgleichsfonds seien die Gesamtschulden aber noch deutlich höher, als jetzt ausgewiesen, hieß es.
Für 2003 wird laut Voranschlag mit einem Gesamtabgang von 771,6 Mio. Euro gerechnet. Auf die Gebietskrankenkassen entfallen 663,6 Mio. Die Zahlen seien aber mit 2002 insofern nicht vergleichbar, da Ausgleichsfonds-Maßnahmen hier noch nicht eingerechnet seien.
Bei der WGKK führt man das Defizit auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung und auf "Maßnahmen der Regierung" zurück. So seien heuer die Beiträge für Arbeitslose erstmals pauschaliert abgegolten worden. "Damit wurden uns viele Millionen weggenommen", hieß es. In Wien sei auch erstmals die Zahl der Angestellten zurückgegangen, was die Einnahmen ebenfalls geschmälert habe. Die Verwaltungsausgaben seien auf 2,7 Prozent der Gesamtausgaben gesenkt worden. Über diesen Bereich sei daher das Finanzproblem nicht zu lösen.
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