Mittwoch, 19. Februar 2003

Anatomie-Künstler plant Show-Obduktion in Wien

  • London: Von Hagens sezierte Leiche vor rund 500 Zuschauern
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Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner neuen Ausgabe berichtet, will der streitbare "Anatomie-Künstler" Gunther van Hagens noch in diesem Jahr eine öffentlich zugängliche Obduktion in Wien durchführen. Er will die öffentliche Sektion "auf der Uni oder in einem Theater” durchführen.

Der deutsche Arzt war schon vor vier Jahren mit seiner "Körperwelten"-Ausstellung in Wien zu Gast. Darin zeigt er chemisch "haltbar" gemachte Tote in verschiedenen Posen. Die Schau wurde nun vorerst in München wegen "Verletzung der Menschenwürde und der Bestattungsgesetze” verboten.

Im Interview mit NEWS sagt Hagens nun: "Ich weiß, dass die Österreicher meine Arbeit verstehen. Deshalb würde ich gerne in Wien obduzieren."

Eine ähnliche Aktion in London brachte Hagens viel Kritik, ein privater TV-Sender, der das Spektakel live übertrug, fuhr Rekordquoten ein. Als Ort für seine Wiener Obduktion schwebt Hagens "die Uni oder ein großes Theater" vor, er könnte sich aber auch vorstellen "unter freiem Himmel" zu obduzieren.

Hagens Praktiken waren auch deshalb ins Gerede gekommen, weil er Institute in Russland und China betreibt, wo er Leichen "industriell" zu seinen sogenannten "Plastinationen" verarbeitet.

Eine Reaktion der Wiener Behörden auf den Plan des Anatomen steht vorerst noch aus.

19.2.2003 12:40