Ein Jahr bedingt für "bekennenden Großdeutschen"
- Schuldspruch nach dem Verbotsgesetz bereits rechtskräftig
- "Wollte damals provozieren"
Seine rechtsextremen und rassistischen Entgleisungen liegen zwar schon bis zu 15 Jahre zurück, doch ganz hat die Justiz doch nicht auf ihn vergessen: Ein mittlerweile 41-jähriger Bürohelfer wurde am Dienstag im Wiener Straflandesgericht wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt.
Der Schuldspruch nach dem Verbotsgesetz ist rechtskräftig.
Immer wieder hatte der Mann an verschiedene Behörden und Einrichtungen hetzerische Briefe geschickt, die er selbst als "Strafanzeigen" bezeichnete. "Überfremdung ist Völkermord" oder "Großdeutschland ist unsere Zukunft", hieß es in den insgesamt 43 inkriminierten Schreiben unter anderem. Der Absender, der stets mit "Mit deutschem Gruß" zu zeichnen pflegte, nannte sich selbst wiederholt einen "bekennenden Großdeutschen".
Der Bürohelfer hatte in der "Ausländer-Halt-Bewegung" des in rechtsextremen Kreisen bekannten Gerd Honsik mitgemacht. Unter anderem verteilte er mit Gesinnungsgenossen in Mauthausen und vor dem Parlament dessen Zeitschriften, in denen die Existenz von Gaskammern im Dritten Reich und die Judenvernichtung bestritten wurden. Anfang der neunziger Jahre übersiedelte der Mann nach Norwegen, so dass ihm erst jetzt - nach seiner späten Rückkehr - der Prozess gemacht werden konnte.
"Es tut mir leid, Euer Ehren! Ich wollte damals provozieren", verantwortete sich der Angeklagte. Es habe sich um "jugendlichen Übermut" gehandelt", meinte er. In die einschlägige Szene sei er deshalb geraten, "weil das die Einzigen waren, die sich um mich gekümmert haben."
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
