Dienstag, 18. Februar 2003

Rechtsextreme im Salzkammergut ausgeforscht

  • Hauptverdächtiger drohte Ausstiegswilligen mit dem Umbringen

Eine Gruppe von fünf mutmaßlichen Rechtsextremen, die nationalsozialistisches Gedankengut auf CD brannten und in großen Mengen verkauften, konnte im Salzkammergut ausgeforscht werden. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Personen, die schon einmal einschlägig verurteilt worden waren.

Aufgeflogen ist die Skinhead-Gruppierung durch einen Aussteiger. Der 19-Jährige ging zur Gendarmerie und erstattete Anzeige, obwohl zuvor der 24-jährige Anführer der Bande gedroht hatte, er werde jeden "umlegen", der ihn "verpfeift". Die Gendarmerie und das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung nahm die Ermittlungen auf.

Der als Kopf der Bande Verdächtige wurde festgenommen - weil er als gefährlich eingestuft wurde, wurde dazu das Einsatzkommando "Cobra" zu Hilfe gerufen. Anschließend führten die Ermittler bei ihm und vier Sympathisanten Hausdurchsuchungen durch. Die Beamten stellten mehr als 1.000 Original- beziehungsweise selbst nachgebrannte CDs sicher. Auf ihnen waren Lieder von so genannten Skin-Musikgruppen mit rechtsextremen, neonazistischen und verhetzerischen Texten. Weiters wurde rechtsextremes Propagandamaterial gefunden, dazu zwei selbst gebastelte Sprengkörper: Gartenschläuche mit Schwarzpulver sowie Nägeln gefüllt und mit einer Zündschnur versehen, sowie diverse weitere Waffen.

Der Hauptverdächtige wurde mit einem Haftbefehl nach dem Verbotsgesetz und wegen Nötigung des "Aussteigers" in das landesgerichtliche Gefangenenhaus Wels eingeliefert. Die vier mutmaßlichen Mittäter im Alter zwischen 17 und 36 Jahren, darunter eine Frau, wurden auf freiem Fuß angezeigt. Gegen alle erließ die Bezirkshauptmannschaft Gmunden ein Waffenverbot.

18.2.2003 10:42