Montag, 17. Februar 2003

"Tele-Pathologie" bei Tumordiagnose in der Steiermark

  • Räumliche Distanzen werden per PC überbrückt
  • Schonend: Patienten müssen nur kurz narkotisiert werden

Bei der Diagnose histologischer Proben stellen räumliche Distanzen ein bedeutendes Hindernis. In der Steiermark hat man nun für die Regionsspitäler in Judenburg und Knittelfeld einen medizinischen Dienst eingerichtet, der mit Hilfe modernster Kommunikationstechnologie die Befundung des Patienten innerhalb weniger Minuten sicherstellt.

Die obersteirischen Krankenhäuser in Judenburg und Knittelfeld haben keine hauseigenen Pathologen. Wenn dort beispielsweise ein Patient mit einem Tumor operiert wird, braucht der Patient dennoch nur einige Minuten in der Narkose gehalten zu werden, bis der operierende Arzt den Befund erhält.

Diagnose per Internet
In der Zwischenzeit analysiert nämlich ein Pathologe im LKH Leoben das Gewebe via Internet. Zuvor wurden das Gewebe aus dem OP mit modernster Technik geschnitten, eingefärbt und über ein Robotermikroskop via Computer zu ihm geschickt, der die Diagnose online erstellt.

"Bisher war es so, dass während der Operation ein Gewebestück entnommen und per Eilkurier zur Pathologie nach Leoben gesandt und dort befundet wurde. Der Patient musste diese Zeit in Narkose überbrücken oder einer Nachoperation unterzogen werden", hieß es am Montag aus dem Büro von Gesundheitslandesrat Günter Dörflinger.

Kurze Narkose
Der Einsatz der Telepathologie sei heutzutage mittlerweile genauso sicher wie die konventionelle Pathologie, sagen die Ärzte, sie sei sogar schonender für den Patienten, weil die Narkose viel kürzer ist als bei der herkömmlichen Methode. Im Dezember vergangenen Jahres wurde der neue Dienst erstmals in der Steiermark installiert. Seither wurden im LKH Judenburg in Zusammenarbeit mit der Pathologie in Leoben bereits mehr als 50 Eingriffe durchgeführt.

"Die Bilanz ist durchwegs positiv", heißt es von Seiten des Gesundheitsressorts: Durch den Entfall der bisher notwendigen Eilkurierfahrten zwischen den Spitälern würde sich das System selbst refinanzieren.

17.2.2003 14:10