City-Maut: 25 Prozent weniger Verkehr in London!
- Projekt ist erfolgreich gestartet: "Samstagverkehr" am Montag
- PLUS Abstimmen: Macht Anti-Stau-Maut überhaupt Sinn?
·'Maut' in Wien!
VCÖ-Idee: 3 Euro pro Tag & Auto!
Die neue Staugebühr hat den Verkehr in der Londoner Innenstadt am Montag um 25 Prozent reduziert! Nach englischen Fernsehberichten gab es bei der Einführung der Citymaut keine größeren Probleme. Auch ein Modell für Österreich (siehe Kasten rechts)? Die so genannte Stau-Abgabe soll, so hoffen die Erfinder des revolutionären Konzepts, einem Verkehrs-Infarkt in der britischen Hauptstadt vorbeugen.
Wer in der City Auto fährt, muss jeden Werktag von 7.00 bis 18.30 Uhr eine Gebühr von umgerechnet knapp acht Euro entrichten. Staus im Berufsverkehr blieben am Morgen wie am Abend aus. Schon bis Mittag hatten 57.000 Fahrer die Gebühr entrichtet, am Abend sollten es bis zu 80.000 sein, berichtete BBC.
In London registrieren 688 Kameras die Nummernschilder aller Autos. Wenn bis zum nächsten Tag nicht gezahlt wurde, wird eine Geldstrafe fällig. Busfahrer sprachen von "Samstagsverkehr". Ein Pendler in Londons Finanzdistrikt fühlte sich gar an einen "Weihnachtsmorgen" erinnert. Es kam auch nicht zu den befürchteten Verkehrsstaus am Rande der 20 Quadratkilometer großen Zone.
"Bisher läuft eigentlich alles so, wie wir es erwartet haben", sagte Bürgermeister Ken Livingstone. Die Kritiker des Projekts - und auch der Großteil der britischen Medien - hatten ein "Verkehrschaos" vorausgesagt.
800 Kameras erfassen Nummerntafeln
Die Gebühr gilt für ein 20 Quadratkilometer großes Gebiet nördlich und südlich der Themse, vom Hyde Park im Westen bis zur Tower Bridge im Osten. Das Nummernschild wird von einer Kamera erfasst. Spätestens bis 22.00 Uhr muss die Gebühr bezahlt werden - an Kiosken, Tankstellen, im Internet oder sogar per Kurznachricht vom Handy aus. Bereits zwei Stunden später wird für säumige Autofahrer eine Strafgebühr von mindestens 40 Pfund (60,5 Euro) fällig. In Singapur und einigen norwegischen Städten gibt es ähnliche Gebührenzonen, allerdings in kleinerem Stil.
Ausnahmen: Motor- & Fahrrräder, Taxis und Einsatzfahrzeuge
Ausgenommen sind Motor- und Fahrräder, Taxis, Polizei- und Rettungsfahrzeuge sowie schadstoffarme Autos. Die Bewohner der Zone erhalten einen Rabatt von 90 Prozent. Wohl oder übel zahlen muss die Kriminalpolizei von Scotland Yard, wenn sie die Nummern ihrer Geheimfahrzeuge nicht preisgeben will. Eine Untersuchung schätzt diese zusätzliche Kosten für den Steuerzahler auf 400.000 Pfund (604.778 Euro) im Jahr.
