Anti-Stau-Gebühr a la London in Wien? Häupl: Nein!
- London: Seit 17. Februar kosten Fahrten in der City 7,53 Euro
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Macht die City-Maut Sinn?
Die Kardinalsfrage lautet: Könnte eine Art "Maut" das derzeit herrschende Verkehrschaos in Österreichs Städten reduzieren? Könnte schon sein. Dementsprechend groß ist die Sorge der Autofahrer, dass sie bald wieder zur Kassa gebeten werden. Im ewig verstopften London müssen ab 17. Februar alle, die in die City fahren, exakt 7,53 Euro (das waren einmal rund 100 Schilling) pro Tag berappen!
Doch Linz, Salzburg und Graz winken ab. Auch Wien. Bürgermeister Häupl: "So lange ich da bin, gibt es das nicht." "Und das wird noch lange sein", betonte er am Dienstag in seiner wöchentlichen Pressekonferenz. Ablehnung kam auch von Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S).
Es bestehe keine Notwendigkeit, eine "Pförtnersituation" bei den Einfahrten in die Wiener Innenstadt zu schaffen, so Schicker. Seit der Einführung der Parkraumbewirtschaftung sei die Zahl der Autofahrten in diesem Bereich sogar zurück gegangen. Am "Korridor Gürtel" wurden in den vergangenen Jahren um 1,5 Prozent weniger Fahrten registriert. Problematisch seien eher die Pkw-Fahrten an der Landesgrenze zu Niederösterreich: Der Pendlerverkehr sei dort um 15 Prozent gestiegen, so Schicker.
Linz und Salzburg sagen ebenso Nein!
Ebenso würde dadurch der ohnehin bereits gegebene Kaufkraftabfluss zu den großen Einkaufszentren am Stadtrand noch weiter verstärkt, die Maßnahme würde damit zu Lasten der Innenstadtgeschäfte gehen, warnt Amerstorfer. Im übrigen sei ohnehin der Großteil des Linzer Stadtzentrums flächendeckend zur Kurzparkzone erklärt worden, dadurch habe sich ein spürbarer verkehrspolitischer Lenkungseffekt ergeben.
Salzburgs Planungs-Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) kennt die Modelle aus Skandinavien und Asien. "Das ist nichts anderes als Road-Pricing im Stadtzentrum." Es gebe aber doch ganz massive Unterschiede zwischen einer Großmetropole wie London und einer Stadt wie Salzburg.
Graz: "Weit davon entfernt"
Die Einführung einer Anti-Stau-Gebühr nach Londoner Vorbild ist auch in Graz kein Thema. "Glücklicherweise sind wir von einer Situation wie in London weit entfernt", analysiert VP-Stadtrat Gerhard Rüsch auf APA-Anfrage. Eine Citymaut hält er für nicht notwendig und auch nicht für sinnvoll: "Die negativen Auswirkungen für die Wirtschaft und für die Stadt als sozialer Treffpunkt würden überwiegen".
