Montag, 10. Februar 2003

'Erfolg': 2002 wurden um 10% weniger Pkw gestohlen

Erfreuliche Zahlen verkündet eine Statistik des Innenministeriums: Im Vorjahr wurden um zehn Prozent weniger Autos gestohlen als im Jahr davor. Nach wie vor beliebt bei Auto-Knackern: Mercedes, VW, Audi.

5.099 Kraftfahrzeuge sind im vergangenen Jahr in Österreich gestohlen bzw. Österreichern im Ausland entwendet worden. Dies entspricht gegenüber dem Jahr 2001 einem Rückgang um 10,3 Prozent, erklärte Innenminister Ernst Strasser (V) am Montag auf einer Pressekonferenz. Er lobte die gute internationale Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Diebstähle, allen voran mit den slowakischen Behörden. Dort wurden 2002 übrigens auch 5.099 Wagen entwendet.

"Wollen wir das 'Haus Österreich' sicher halten, müssen wir mithelfen, auch die Nachbargrundstücke sauber zu halten", kommentierte Strasser die Zusammenarbeit. Dabei sind internationale Vernetzungen wie Euro- und Interpol ebenso wichtig wie die vermehrte Einsetzung der Verbindungsbeamten.

201 gestohlene Wagen sichergestellt
201 gestohlene Wagen im Wert von rund 4,4 Mio. Euro wurden vergangenes Jahr an den Österreichischen Grenzen sicher gestellt. 62 waren in Deutschland entwendet worden, 42 in Italien und 35 in Österreich. Im Zuge der Fahndungen wurden 230 Verdächtige festgenommen.

Als einen besonders großen Schlag gegen die Autoschieber nannte der Leiter des Kriminalamtes Steiermark, Oberst Alois Eberhart. Nach einem Tipp der Zollfahndung wurde in Zusammenarbeit mit slowakischen Behörden eine Schieberbande im Raum Hartberg ausgehoben. Rund 100 Personen waren für die Bande aktiv, sechs wurden bereits verurteilt. 17 Haftbefehle sind noch offen, als Haupttäter wurde in Preßburg ein libyscher Staatsbürger verhaftet, der über 200 Autos verschoben haben soll.

Sehr aktiv im Kampf gegen die Diebesbanden sind auch die slowakischen Behörden, erklärte der Chef der slowakischen Kriminalpolizei, Jaroslav Spisiak. Im Jahr 2002 wurden fünf große Diebesbanden zerschlagen, dies habe sich auch auf die Statistik positiv ausgewirkt.

Neben den Ermittlungen setzt die Polizei auch vollautomatische Systeme zu Unterstützung ein. So werden an allen slowakischen Straßengrenzen die Kennzeichen der durchfahrenden Autos mit einem Zentralregister verglichen.

Als wichtigen Punkt im Kampf gegen den organisierten Autodiebstahl sieht Strasser die intensive Zusammenarbeit mit den Herstellern. In der Europäischen Fahrzeug Identifizierungs-Datei (EUFID) sind bereits die Daten von 18 Herstellern enthalten. Zum rascheren Auffinden eines entwendeten Wagens ist die unverzügliche Weitergabe aller wichtigen Herstellerdaten nötig.

10.2.2003 10:19