Mittwoch, 12. Februar 2003

Oliver Kahn klagt EA-Sports wegen "FIFA 2002"

  • Torhüter sieht sich in Persönlichkeitsrechten verletzt
  • Kahn fordert Verbot des Spiels und Schadenersatz

Im Gerichtsverfahren zwischen Oliver Kahn und EA-Sports kündigt sich ein Sieg des deutschen Teamtorhüters an. Dieser hatte den Computerspiele-Produzenten geklagt, da er sich durch die Verwendung seiner Person im Spiel "FIFA 2002" in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sieht.

EA-Sports verwendete den virtuellen Oliver Kahn im Spielehit FIFA 2002 - ohne diesen zu fragen oder am Gewinn zu beteiligen. Dagegen geht Kahn nun gerichtlich vor.

EA-Sports lehnt Vergleich ab
Die Computerspielfirma lehnte einen Vergleich ab, da sie die Persönlichkeitsrechte, laut eigener Aussage, über die deutsche Spielergewerkschaft VdV (Vereinigung der Vertragsfußballspieler) bei der Federation of International Football Professioanls (FIFPro) erworben zu haben. EA-Sports-Rechtsanwalt Jan Pohle bestätigte, dass für die Rechte auch Geld bezahlt worden ist. Der VdV-Rechtsvertreter Franz Rybak bestreitet allerdings, dass die Rechte an Kahn verkauft worden sind.

Spieleverbot & Schadenersatz
Der 33-jährige Kahn wehrt sich gegen die Verwendung seines Namens und die Darstellung seiner Person als "Comic-Figur" und will, wenn das Spieleverbot durchgeht, auf finanziellen Schadenersatz klagen. Das Verbot des Spieles wird den zahlreichen Fans vermutlich egal sein, da längst "FIFA 2003" auf dem Markt ist, doch Rechtsexperten gegen davon aus, dass der Prozess Mustercharakter hat und bei einem Sieg Kahns weitere Fußball-Profis vor Gericht ziehen könnten.

Höhe der Forderung steht noch nicht fest
Sollte es zu einer Schadenersatzklage kommen, steht die Höhe der Forderungen noch nicht fest. Das Spiel, dass regulär um 60 Euro und zuletzt um 20 Euro verkauft wurde, ging rund 170.000 Mal über den Ladentisch. Das entspricht, laut dem Wochenmagazin Spiegel, einem Erlös von rund 6,8 Millionen Euro. Der Schadenersatzanspruch wird am Gewinn aus dem Verkauf bemessen. Kahn ist allerdings nur einer von 800 Spielern aus 40 Ländern, die unter Umständen unrechtmäßig dargestellt wurden. Spiegel berechnete weiter, dass, sollte das Geld gerecht aufgeteilt werden, jedem Spieler, somit auch Kahn, höchstens 8.500 Euro zustehen würden. Zu erwarten ist allerdings, dass Kahn auf einen individuell zugefügten Schmerz klagen wird - und diese Summe wird die 8.500 Euro wohl überschreiten.

Weitere Informationen:

  • EA-Sports-Website
  • Oliver-Kahn-Website

    12.2.2003 16:29