Sonntag, 16. Februar 2003

Fiat plant drei Mrd. Euro Kapitalaufstockung

  • Finanzier bietet zur Fiat-Rettung 9 Mrd. Euro an (Kasten)

Um seine marode Autosparte zu retten, plant der italienische Fiat-Konzern in den nächsten Monaten eine Kapitalaufstockung im Wert von 2,5 Milliarden bis drei Milliarden Euro. Dies ergab nach Angaben von "La Repubblica" ein Treffen zwischen dem Fiat-Management und den Gläubigerbanken des Turiner Konzerns.

Die Familie Agnelli, Hauptaktionärin der Gruppe, sei bereit, 250 Millionen Euro zur Rettung der Autosparte zur Verfügung zu stellen, hieß es. Der restliche Anteil der Kapitalaufstockung sollte mit der Unterstützung der Banken auf den Finanzmärkten aufgetrieben werden.

Entscheidend für die Rettung der Autosparte sei laut "Repubblica" auch der geplante Verkauf der Versicherungsgesellschaft Toro, von der sich Fiat Einnahmen im Wert von 1,7 Milliarden Euro erhofft. Der Turiner Konzern werde sich außerdem von der auf den Luftfahrtbereich spezialisierten Tochter Fiat Avio trennen, für die sich unter anderem die französische Gesellschaft Snecma und der italienische Rüstungskonzern Finmeccanica interessieren.

Die Veräußerung der beiden Gesellschaften und die Kapitalaufstockung sollte den Fiat- Kassen in den nächsten Monaten zwischen fünf und sieben Milliarden Euro bescheren, hieß es.

Noch ungewiss ist, welchen Beitrag der amerikanische Fiat-Partner General Motors (GM) bei der Sanierung der Autosparte spielen will. Für die Streichung der "Put Option", die GM im kommenden Jahr zwingen könnte, das gesamte Aktienpaket an der Fiat-Autosparte zu übernehmen, könnte sich der Konzern von Detroit zu einer kräftigen Finanzspritze für den krisengeschüttelten Pkw-Sektor entscheiden.

16.2.2003 13:25