Laut Wifo kein Konjunkturaufschwung zu erkennen
- Belastung durch drohenden Irak-Krieg und teures Öl
- PLUS Info-Grafik: WIFO-Prognosen bis 2004
Aus Sicht des Wirtschaftsforschungsinstituts ist in Österreich nach wie vor kein Konjunkturaufschwung zu erkennen. Die Konjunkturumfragen vom Februar für Österreich und Deutschland hätten zwar eine leicht erholte Stimmung der Unternehmen gezeigt, doch werde die künftige Entwicklung durch internationale ökonomische und politische Risiken beeinträchtigt.
Die Weltkonjunktur werde durch die Unsicherheiten über eine militärische Auseinandersetzung mit dem Irak und die bereits im Vorfeld erfolgte kräftige Erdölverteuerung belastet. In Europa behindere die schwache Binnennachfrage bei gleichzeitig starkem Euro einen baldigen Aufschwung zusätzlich, erklärte das Wifo am Montag in einer Aussendung. Substanzielle Reaktionen der Wirtschaftspolitik würden aber nach wie vor ausbleiben.
Das größte Risiko für einen - noch nicht absehbaren - internationalen Konjunkturaufschwung gehe vom drohenden Irak-Krieg aus. Diese Unsicherheit bewirke Zurückhaltung bei den Investitionen. Die schon jetzt beobachtete Verteuerung von Rohöl auf deutlich über 30 Dollar je Barrel belaste mehr und mehr die Wirtschaftsentwicklung. Zudem liege der Euro-Kurs gegenüber dem Dollar bereits seit drei Monaten erheblich über der Parität. Dies werde sich - mit etwa drei Quartalen verzögert - negativ auf Europas Exportwirtschaft auswirken, aber zugleich einen großen Teil der Ölpreissteigerungen korrigieren.
Zum anderen zögere die Wirtschaftspolitik, ausreichende Konjunkturimpulse zu setzen, konstatiert Wifo-Experte Marcus Scheiblecker: "Zur Erfüllung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes schlägt die Fiskalpolitik eher einen restriktiven als expansiven Kurs ein, und für die EZB scheint das Ziel der Geldwertstabilität kaum Konzessionen in zinspolitischer Hinsicht zu gestatten."
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