Preiskampf: Deutscher Billig-Airline BA droht das Aus
- Übernahme durch Konkurrent EasyJet fraglich
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Der Preiskampf der Fluggesellschaften in Deutschland fordert Opfer. Der Deutschen BA (dba), immerhin größter Konkurrent der Lufthansa, droht das Aus. Wenn die Übernahme durch den Konkurrenten EasyJet scheitere, müsse im schlimmsten Fall der Geschäftsbetrieb eingestellt werden, sagte dba-Chef Martin Wyatt am Donnerstag in München. Wie viele Konkurrenten freute sich die dba zwar zuletzt über steigende Passagierzahlen. Ob das Geschäft mit den Billigflügen aber von den vielen Anbietern profitabel betrieben werden kann, wird von Branchenkennern bezweifelt.
Einzige Gewinner des Trends zur Billigfliegerei sind derzeit die Kunden. Sie können für ein paar Euro nach London oder Berlin fliegen, das Flugticket ist oftmals billiger als die Fahrt zum Flughafen. Als Folge konnte die Deutsche BA zwar die Passagierzahl auf den sieben innerdeutschen Strecken um 13 Prozent auf knapp 1,5 Mio. Kunden steigern. Wegen der gesunkenen Preise sank aber gleichzeitig der Umsatz von 180,6 auf 146,3 Mio. Euro. Damit die Umwandlung in einen Billigflieger gelingt, müssen die Kosten drastisch reduziert und die Flexibilität erhöht werden.
Das wusste auch der europäische Marktführer EasyJet, als er sich im vergangenen Jahr eine Option für eine Übernahme der dba sicherte. Eine Bedingung für einen Kauf war daher ein neuer Tarifvertrag mit den Piloten. Am Mittwochabend platzten die Verhandlungen der Vereinigung Cockpit (VC) mit der dba-Geschäftsführung. "Das zeigt, wie wenig die VC an der Zukunft der dba sowie am erfolgreichen Fortbestand der 800 Arbeitsplätze bei der dba interessiert ist", schimpfte Geschäftsführer Wyatt. Eine Einigung war schon greifbar nah, die Piloten forderten für ihre Zugeständnisse aber eine Arbeitsplatzgarantie und dass EasyJet den Kaufvertrag endlich unterschreibt.
In der Branche wird spekuliert, EasyJet sei ohnehin kaum noch an einer Übernahme interessiert und suche nun einen Sündenbock. "Die Probleme waren von Anfang an offensichtlich", sagt ein Fachmann. Die Kulturen der beiden Unternehmen seien extrem unterschiedlich. Zudem könne man in Großbritannien mit den Gewerkschaften ganz anders umgehen als in Deutschland. Auch ein Sprecher von Cockpit sagt: "Das kann man vielleicht mit einer Gewerkschaft in England machen, aber nicht mit uns."
Hinzu kommt, dass der deutsche Markt als sehr schwierig gilt. Seit der Vereinbarung der Kaufoption sind weitere Anbieter hinzugekommen, Vor allem der Lufthansa-Ableger Germanwings macht den Billiganbietern Angst. "Der Markt lässt sich nur einmal verteilen", sagt ein Branchenkenner. Zudem rechnet die Reisebranche derzeit eher mit einer weiteren Flaute denn mit einem spürbaren Aufschwung.
Nach dem vorläufigen Scheitern der Tarifverhandlungen ist die weitere Zukunft der dba völlig offen. "Vielleicht hat British Airways auch schon längst einen anderen Käufer gefunden, der mehr zahlt", wird bei Cockpit spekuliert. Denn die Verkehrsrechte der dba seien hoch attraktiv. Allerdings befürchten die Piloten, EasyJet oder ein anderer Konkurrent könne sich die Rechte bei einer Übernahme sichern, an der Gesellschaft selbst aber kaum interessiert sein. Genau deshalb pochen die Piloten auch auf eine Garantie ihrer Arbeitsplätze im Tausch für beispielsweise längere Flugzeiten.
Derzeit will keiner der Beteiligten einen Tipp abgeben, wie der Poker zwischen Piloten, British Airways, EasyJet und dba ausgeht. Falls doch noch eine Einigung mit den Piloten in letzter Minute gelingt, müssten als nächstes Gespräche mit dem Kabinenpersonal aufgenommen werden. Die dba wird daher auch in den nächsten Wochen im Ungewissen fliegen.
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