Mittwoch, 12. Februar 2003

Preiskommission genehmigt Post-Tarifantrag

  • Vertreter des Justizministeriums gegen Preiserhöhungen
  • Höhere Tarife bis zu 30 %, sonst Kündigungswelle

Die Preiskommission im Verkehrsministerium hat entschieden: Die von der Post angestrebte Tariferhöhung wird genehmigt. Ab 1. Juni sollen die Portokosten um bis zu 30 Prozent bei Briefen und Paketen steigen. Die Post begründet dies u.a. damit, dass das Porto für den Standardbrief bis 20 Gramm seit sechs Jahren nicht mehr erhöht worden sei.

Die Preiskommission im Verkehrsministerium von Vertretern der Sozialpartner und Ministerien hat den Tarifantrag der Post genehmigt. Demnach könnte die Post unter anderem die Preise für den Standardbrief (bis 20 Gramm) von 51 auf 55 Cent anheben. Die beantragten Preise machen für die einzelnen Postsendungen eine Verteuerung von bis zu 30 Prozent aus. Als Bedingung für die Zustimmung wurde ein Einfrieren der neuen Tarife bis 2006 festgeschrieben, hieß es aus dem Verkehrsministerium am Donnerstagabend zur APA.

Der Ball liegt jetzt allerdings bei Verkehrsminister Mathias Reichhold (F), der die Empfehlung der Preiskommission umsetzen muss. Morgen wird Reichhold diese Empfehlung schriftlich erhalten, zusammen mit einem Papier der Post betreffend eine Qualitätsoffensive, die vom Minister gefordert worden war. Um die neuen Tarife wie von der Post gewünscht ab 1. Juni 2003 in Kraft treten zu lassen, müsste Reichhold seine Entscheidung bis Ende Februar publizieren, da eine dreimonatige Vorlauffrist gilt.

Beschleunigung der Zustellung gefordert
Reichhold hatte zuletzt eine "Qualitätsverbesserung" bei der Post verlangt. Die Post hatte darauf geantwortet, diese Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung bereits gesetzt zu haben. Nach Vorstellung des Ministeriums soll vor allem die Briefzustellung beschleunigt werden. Laut Universaldienstverordnung vom Vorjahr muss die Post ab Ende 2004 mindestens 95 Prozent aller Sendungen spätestens einen Tag nach Aufgabe zustellen.

12.2.2003 15:47