Schlechtestes Jahr im Handel seit Nachkriegsjahren
- IfGH sieht reales Minus von 2,5 Prozent
- Ladenhüter waren vor allem Uhren und Schmuck
Das Jahr 2002 war für den österreichischen Einzelhandel eines der schlechtesten seit vielen Jahrzehnten. "Seit den Nachkriegsjahren hat es meines Wissens niemals so ein Minus gegeben", beklagt der Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, Erich Lemler. Inzwischen hat sich die Stimmung unter den Händlern noch eher verschlechtert. Für heuer wird "frühestens" ab der zweiten Jahreshälfte mit einer Entspannung gerechnet.
Nach einer Erhebung des Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) ist der Umsatz der Einzelhändler 2002 nominell um 1,1 zurückgegangen, real sogar um 2,5 Prozent. Real betraf das Minus erstmals alle vier Quartale, alle Branchen und große wie kleine Unternehmen.
Warum die heute vorgelegten Zahlen von denen der Statistik Austria abweichen - sie kommt auf ein reales Umsatzplus im Einzelhandel von 0,8 Prozent - erklärt IfGH-Handelsexperte Peter Voithofer mit unterschiedlichen Erhebungsmethoden. In den Ergebnissen des IfGH sind Großhandels- bzw. Dienstleistungsumsätze, die ein Einzelhändler mitunter macht, nicht enthalten, in den Statistik Austria-Zahlen dagegen schon.
Magere Umsätze
In beiden Erhebungen zeigt sich laut Voithofer aber eine ähnliche Tendenz: durchwegs magere Umsätze, die größten Rückgänge im 2. Quartal (Ende der Doppelten Preisauszeichnung), leichte Verbesserung in den Sommermonaten, später Start der Herbstsaison und ein besonders schlechtes Weihnachtsgeschäft. Die Ausgaben für Weihnachtsgeschenke lagen entgegen allen Hoffnungen letztlich um 3 Prozent unter dem Ergebnis von 2001, wie jetzt auch fest steht.
Schwache Wirtschaftslage
Handelsobmann Lemler führt den lahmen Geschäftsgang des Vorjahres in erster Linie auf die schwache Wirtschaftslage, Irritationen um die Euro-Einführung und weltpolitische Unsicherheiten zurück. Nicht zuletzt habe sich die "Lähmung" im deutschen Handel auch auf Österreich übertragen, meinte er heute vor Journalisten.
Ein nominelles Plus verzeichneten 2002 nur die Papier-Händler (1,7 Prozent) und der Spielwarenhandel (plus 1,5 Prozent). Überall sonst lief es viel schlechter: Die größten Rückgänge gab es nominell bei den Uhren- und Schmuckhändlern (-4,5 Prozent) vor den Sporthändlern (-3,3 Prozent), dem Lederwarenhandel (-3,2 Prozent) und dem Bekleidungshandel (-2,9 Prozent), 2,6 Prozent weniger umgesetzt haben auch die Schuhhändler. Im Mittelfeld finden sich Lebensmittelhandel (-0,5 Prozent), Möbelhandel (-0,9 Prozent) oder Elektrohandel (-1,3 Prozent).
Gemessen an der Unternehmensgröße fiel das Minus bei den größeren Handelsfirmen mit mehr als 2 Mio. Euro Jahresumsatz geringer aus als bei kleineren. Der Westen Österreichs war die einzige Region, die zumindest die Vorjahresumsätze erreicht hat, im Osten, Norden und Süden des Landes gab es Rückgänge.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
Grand Prix von Monaco17:07
Webber holt Monte CarloAustralier ist sechster Sieger im sechsten Rennen. Gerüchte um Vettel-Wechsel.

