Dienstag, 11. Februar 2003

Studie: Schweizer Manager arbeiten am meisten

  • Österreichische Führungskräfte im Mittelfeld

Schweizer Manager arbeiten mit 57,1 Wochenstunden am längsten, Franzosen mit 51,5 am kürzesten. Österreichische Führungskräfte liegen mit 53,2 wöchentlichen Arbeitsstunden unter dem Durchschnittswert von 54,4 Stunden und damit hinter ihren deutschen, bulgarischen und irischen Kollegen. Das ist das Ergebnis einer Studie des deutschen Beratungsunternehmens Kienbaum Management Consultants zum Thema "Zeitmanagement und Worklife-Balance", für die im Herbst 2002 Führungskräfte in zehn Ländern befragt wurden.

Damit sei aber nichts über die erzielte Arbeitsleistung oder die Produktivität gesagt, unterstreichen die Autoren der Studie. Das Einkommen oder gar das Verhältnis zwischen Arbeitszeit, Ergebnis und Entlohnung sei nicht Gegenstand der Studie gewesen. Rund 14 Prozent der befragten Führungskräfte waren weiblich.

Mehr als 80 Prozent der befragten Manager aus allen Sparten arbeiten mehr als 50 Stunden pro Woche, zeigt die Studie weiter. Der durchschnittliche Arbeitstag dauert damit länger als 10 Stunden.

Interne Meetings als "Zeitfresser"
Größte "Zeitfresser" sind interne Meetings, für die durchschnittlich 98 Minuten aufgewendet werden, weiters Führungsaufgaben (78 Minuten) sowie Kommunikation in Form von Telefonaten und E-Mails, für die je eine gute Stunde täglich aufgewendet wird. Absprachen mit Kollegen nehmen mehr Zeit (60 Minuten) in Anspruch als Kundenbesprechungen (54 Minuten). Auf einen Arbeitstag gerechnet verbringt ein Manager 53 Minuten auf Dienstreise, ebensoviel für Konzeptionen.

Zwei Drittel der Führungskräfte arbeiten zwar gelegentlich von Zuhause aus, in der Regel aber weniger als fünf Stunden pro Woche. Sehr unterschiedlich ist das Ausmaß der Arbeit am Wochenende: Während für mehr als 90 Prozent der niederländischen und bulgarischen Chefs Arbeit am Samstag und Sonntag üblich ist, wälzt an diesen Tagen nur ein Viertel der Manager in Österreich Akten.

Zeitpläne selten eingehalten
Nur 6 Prozent der Führungskräfte können ihre straffen Zeitpläne konsequent einhalten. 63 Prozent erfüllen ihr Pensum "weitgehend", aber bei fast einem Drittel (31 Prozent) gerät der vorgesehene Tagesablauf "häufig" durcheinander. Gründe dafür sind in der Regel "interne Aufträge", also Anweisungen von übergeordneten Führungskräften. Kurze Störungen von ein bis drei Sekunden können laut Untersuchungen einen Konzentrationsverlust von bis zu 20 Minuten nach sich ziehen.

Durchschnittlich waren die Manager im Vorjahr 21,7 Tage lang auf Urlaub. Die meisten freien Tage, nämlich 28, nahmen französische Führungskräfte in Anspruch. Ebenfalls gern auf Urlaub gingen Chefs in den Niederlanden (25 Tage), Deutschland und der Schweiz (je 24 Tage), während bulgarische Manager nur 15 freie Tage in Anspruch nahmen. Auch Österreicher zählen zusammen mit Bulgaren und Indern (je 19 Tage) zu Urlaubsmuffeln.

11.2.2003 13:08