Mega-Deal: OMV kauft 313 BP- und Aral-Tankstellen
- OMV kauft für 377 Mio Euro Tankstellen und Raffinerie-Anteile
- Stationen von BP in Süddeutschland, Ungarn und Slowakei
·Marktanteile
Tankstellennetz der OMV in Europa
·Hotspots
Neu: Wireless LAN an 15 Tankstellen
·300-Mio-Deal
OMV kauft Öllizenz von Preussag
Die OMV landete erst kürzlich, Anfang Februar, einen ähnlichen Mega-Deal: Nach dem Erwerb des internationalen E&P-Geschäfts der Preussag Energie für 300 Mio. Euro kauft der österreichische Öl- und Erdgaskonzern von der Deutsche BP AG 313 Aral- und BP-Tankstellen in Süddeutschland, Ungarn und der Slowakei.
Bei dem Mega-Deal mit der Deutschen BP wendet die OMV nach eigenen Angaben rund 220 Mio. Euro für das Tankstellennetz, 142 Mio. Euro für die Raffineriebeteiligung sowie knapp 15 Mio. Euro für die TAL auf. Zusätzlich zum Kaufpreis wird mit einer Finanzierung für das notwendige Umlaufvermögen von rund 150 Mio. Euro gerechnet. Die Finanzierung wird laut OMV kurzfristig über eine Erhöhung der Bankdarlehen erfolgen, was sich in einer Steigerung des Verschuldungsgrades niederschlagen wird.
Keine Kapitalerhöhung für Deal
Eine Kapitalerhöhung werde im Zusammenhang mit dieser Akquisition nicht durchgeführt. Das Unternehmen hält jedoch am langfristigen Ziel eines Verschuldungsgrades von 30 Prozent fest. Das Closing der Transaktion und die Übernahme seien für das 2. Quartal 2003 geplant.
Mit dieser Akquisition erweitert OMV das Retailnetz auf 1.615 Tankstellen, was einem Marktanteil von 12 Prozent entspricht. Ziel der OMV ist es, bis 2008 ihren Marktanteil im zentral- und osteuropäischen Wachstumsmarkt mit 100 Mio. Einwohnern auf 20 Prozent zu steigern. Laut OMV-Vizechef Gerhard Roiss, verantwortlich für R&M, will die OMV mit mindestens 2.000 Tankstellen in ihrer Kernregion präsent sein: "Mit dieser Akquisition stärken wir unsere Marktführerschaft in Zentral- und Osteuropa nachhaltig."
Neue Stationen in Süddeutschland
247 der erworbenen Tankstellen befinden sich im süddeutschen Raum, vorwiegend in Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg und Thüringen. Durch diese und die im Vorjahr durchgeführten Akquisitionen erhöht die OMV ihren Marktanteil in Bayern von ursprünglich 2 Prozent auf 9 Prozent, die Zahl ihrer Tankstellen von 76 (31.12.2002) auf 246, davon 118 aus dieser Transaktion. Weitere 71 Stationen erwirbt OMV in Baden-Württemberg. In Sachsen steigt die Tankstellenzahl von 20 auf 50 und weitet damit ihren Marktanteil von rund 4 Prozent auf 9 Prozent aus.
Die Akquisition von 45 Prozent an der Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH, die über eine Verarbeitungskapazität von rund 12 Mio. t verfügt, steigert die jährliche OMV Rohölverarbeitungskapazität in Bayern um 5,4 Mio. t auf 8,8 Mio. t. Gerhard Roiss: "Bei einem Mineralölproduktenmarkt von 18,8 Mio. t sind wir damit der wichtigste Versorger in Bayern." Mit den zusätzlich erworbenen 18 Prozent an der Transalpine-Pipeline verfügt OMV nunmehr über 25 Prozent an einer der bedeutendsten Rohölpipelines vom Mittelmeer in den Norden. Die von der TAL abzweigende Adria-Wien-Pipeline versorgt die OMV-Raffinerie in Schwechat.
Einkauf in Ungarn
In Ungarn erwirbt OMV im Zuge des Deals mit BP 55 Qualitätstankstellen der Marke Aral und erhöht damit ihren Marktanteil von rund 11 Prozent auf 16 Prozent. "Wir etablieren uns damit zum führenden internationalen Unternehmen in diesem Wachstumsmarkt", so OMV-Vize Gerhard Roiss am Montag. Die Zahl der OMV-Tankstellen in Ungarn erhöht sich durch diese Akquisition von 113 auf 168, die Versorgung erfolgt von der Raffinerie Schwechat und dem OMV-Donaulager Csepel aus.
11 neue Tankstellen in der Slowakei
In der Slowakei kauft OMV 11 Aral-Tankstellen und erhöht die Zahl ihrer Stationen auf 81 und ihren Marktanteil von 13 Prozent auf 15 Prozent. Damit ist OMV das größte internationale Tankstellen-Unternehmen in der Slowakei. Der Absatz der neuen Tankstellen betrug im Jahr 2002 rund 24 Mio. Liter, was einem durchschnittlichen Absatz pro Station von 2,2 Mio. Liter entspricht.
Wachstums-Strategie
Laut OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer entspricht diese Großakquisition, die auch Stationen in Osteuropa sowie einen TAL-Pipeline-Anteil umfasst - "voll unserer Wachstums- und Wertsteigerungsstrategie. Wir erreichen damit eine führende Position in Bayern und stärken unsere Präsenz in den EU-Erweiterungsländern Ungarn und Slowakei." Damit sei die OMV der geplanten Verdoppelung ihrer Marktposition bis 2008 einen weiteren Schritt näher gekommen.
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