Samstag, 15. Februar 2003

Gottwald ein Weltmeister im Fair-Play

  • Unverändertes ÖSV-Quartett für Teambewerb am Montag
  • PLUS: Alle Infos zur Noderischen WM in Val di Fiemme

Bei einer kleinen Feier im Österreicher-Hotel Sass Maor in Predazzo stieß die "Familie" der ÖSV-Kombinierer am Freitag Abend auf das Silber von Felix Gottwald an, der Wirt hatte vorsichtshalber Torten in allen drei Medaillen-Farben vorbereitet. In der sieben Stück umfassenden Sammlung des 27-Jährigen Zellers nimmt dieses Edelmetall einen besonderen Stellenwert ein. "Nur Einzel-Bronze von Salt Lake City ist für mich noch mehr wert", sagte Gottwald, der auf Gold noch warten muss, sich aber im Val die Fiemme als "Weltmeister im Fair-Play" erwies.

Der Salzburger war etwa nach der Hälfte des 15-km-Langlaufs seinem Rivalen Samppa Lajunen unabsichtlich auf den Stock gestiegen und der war gebrochen. Doch anstatt sein Tempo weiterzulaufen - in dieser Phase konnte sich Gottwald einer Medaille noch nicht sicher sein - wartete er, bis der finnische Triple-Olympiasieger Ersatz bekommen hatte. "Felix ist hinter ihm geblieben, das war ein hohes Maß an Fairness", sagte ÖSV-Trainer Günther Chromecek. Erst in der langen Steigung 2,7 Kilometer vor dem Ziel kam die Attacke. "Ich wollte ihm zeigen, dass ich ihn auch so abhängen kann", meinte Gottwald, der von seiner Laufstärke überzeugt war.

Nach Rang sieben im Springen hatte er selbst kaum noch auf eine Medaille zu hoffen gewagt. "Aber dann habe ich mir in der Pause das Trainingsbuch angeschaut und gesehen, dass ich in Salt Lake als Elfter noch weiter hinten war", erzählte Gottwald. Damit war sein Jagdinstinkt erwacht, dank seiner körperlicher Stärke und einer taktischen Meisterleistung hat das ÖSV-Kombi-Team das selbst gesetzte Ziel schon nach dem ersten der drei Bewerbe zur Hälfte erfüllt.

Für die Team-Konkurrenz am Montag bleibt das ÖSV-Quartett unverändert. Weil Mario Stecher im Sprung-Training am Samstag nicht die von den Betreuern geforderte herausragende Leistung gelang, bilden Gottwald, Christoph Bieler, Wilhelm Denifl und Michael Gruber die Mannschaft. Stecher hatte im ersten Durchgang zwar 94 m erreicht, die übrigen zwei Sprünge überzeugten Trainer Chromecek aber nicht. Stechers Kollegen sprangen am Tag nach dem Einzelbewerb nicht, sondern beschränkten sich auf Regeneration.

15.2.2003 14:38