ÖSV-Spitze nach neuerlicher WM-Dominanz erleichtert
- Präsident Schröcksnadel: "Was will man mehr..."
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Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz sind Geschichte, und Österreichs Ski-Asse haben allen Grund zur Zufriedenheit! Sechs bis acht Medaillen hatte sich der ÖSV vorgenommen. Neun (drei Goldene, fünf Silberne, eine Bronzene) sind es letztlich geworden. Dementsprechend erleichtert und begeistert zogen ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und ÖSV-Alpindirektor Hans Pum einen Schlussstrich unter die Titelkämpfe im Engadin - daran konnte auch die Nullnummer am Sonntag im abschließenden Herren-Slalom nichts mehr ändern.
"Gute Arbeit. Wir sind die stärkste Nation, was will man mehr", klopfte Schröcksnadel Pum und dem gesamten Team verbal auf die Schulter. "Die Qualität der Medaillen ist eine sehr gute. Noch dazu stellen wir den Abfahrts-Weltmeister", sprach Schröcksnadel den hohen Gold- und Silber-Anteil an, der Österreich wieder einmal zur Nummer eins in der WM-Medaillenwertung gemacht hat.
"Noch nie so schwer wie hier"
Auch Pum zeigte sich erleichtert über den Auftritt des "Power-Teams", denn die Bedingungen seien in St. Moritz alles andere als einfach gewesen. "Es war noch nie so schwer wie hier. Aber mit fast einem Drittel aller Medaillen haben wir unser Ziel übertroffen", meinte Pum und verwies dabei vor allem auf die vielen Unsicherheitsfaktoren (Wind, Sicht, ....) in der ersten "Speed"-Woche.
Abfahrts-Streit noch nicht überwunden
Noch keinen Schlussstrich hat der ÖSV unter die heftigen Reaktionen und Diskussionen rund um die Aufstellung des Abfahrt-Teams der Herren gezogen, in dem Hermann Maier und Fritz Strobl zum Zug kamen und Klaus Kröll sowie Andreas Schifferer vorzeitig in die Heimat geschickt wurden. Schifferer hatte im ersten Zorn von einer "Maier-Lobby" im Verband gesprochen und kündigte so wie Josef Strobl, der gar nicht im WM-Aufgebot stand, einen Nationenwechsel an.
"Wir haben uns dadurch die Stimmung nicht vermiesen lassen, aber Ordnung muss sein", verkündete Schröcksnadel und kündigte für die Tage nach der WM Gespräche mit allen Beteiligten an. Auch (Geld)Strafen sind nicht ausgeschlossen.
Start-Regel: Uneinigkeit im ÖSV
Die Problematik rund um die Startplätze bei den Großereignissen spaltet die mächtigen ÖSV-Männer. Während Pum die Meinung vertritt, dass die Weltbesten am Start sein sollen, heißt Schröcksnadel die aktuelle Vierer-Regel für jede Nation und somit auch für Österreich gut. "Die WM ist für die Besten jeder Nation. Wenn bei der WM Österreich die Plätze eins bis fünfzehn belegt, dann können wir uns zwar selbst beklatschen, aber das interessiert keinen", erklärte Schröcksnadel und fügte hinzu: "Das ist einer der wenigen Punkte, in denen ich FIS-Präsident Gian-Franco Kasper zustimme. Das halte ich für gescheit, auch wenn wir damit schlechter fahren."
Andere Nationen holen auf
Dass andere Nationen wie die USA oder Kanada aufgeholt haben, vergleicht Pum mit einer Bergtour durch den hohen Schnee, in der Österreich als Leader die schwerste Arbeit zu vollbringen hat und in der sich die Verfolger an der Spur des ÖSV orientieren können. "Alles ist viel enger zusammengerückt, aber uns zu überholen wird ganz schwer", weiß der Alpinchef.
Weitere Zusammenarbeit mit dem US-Team
In diesem Sinne wird auch die Trainingsgemeinschaft mit der US-Mannschaft fortgesetzt, obwohl das US-Team mit zwei Goldenen, zwei Silbernen und zwei Bronzenen mit Abstand am nächsten an Österreich herankam. Pum: "Für den Skisport ist es sehr wichtig, dass Nordamerika mit an der Spitze dabei ist. Wenn du alles gewinnst, dann sind Siege nichts mehr wert."
